Nach den Feiertagen ebbt traditionsgemäß die Hausse der Greatest-Hits- und Klassik-Crossover-Alben in den deutschen Charts ab. Dafür kommen vor allem amerikanische Produktionen aus den letzten Wochen und Monaten des alten Jahres zum Tragen. Jüngere Musikfans investierten finanzielle Zuwendungen zum Fest vor allem in trendige HipHop- und Rock-Alben aus den Staaten. Aus der Rockfraktion profitieren etwa Limp Bizkit mit dem Album „New Old Songs“, das von 18 auf 13 klettert, Creed mit dem US-Spitzenreiter „Weathered“ (von 28 auf 14), Kid Rock mit „Cocky“ (31 auf 15), Nickelback mit „Silver Side Up“ (43 auf 20), No Doubt mit „Rock Steady“ (65 auf 25) oder Staind mit „Break The Cycle“ (84 auf 47) von dieser Entwicklung. Auch „[Hybrid Theory]“ von Linkin Park, das erfolgreichste amerikanische Rock-Album in Deutschland 2001, macht noch einmal einen Sprung von 22 auf elf.
Von der US-HipHop-Gemeinde verspüren Busta Rhymes mit „Genesis“ (83 auf 39), der Wu-Tang Clan mit „Iron Flag“ (69 auf 44), DMX mit „The Great Depression“ (66 auf 42) und Dr. Dre mit „The Wash“ (100 auf 77) Aufwind. Als Wiedereinsteiger platzieren sich Method Man & Redman mit dem Soundtrack „How High“ auf Rang 52. Neu in den Top 100 sind Nas mit „Stillmatic“ (64) und Bubba Sparxxx mit „Dark Days, Bright Nights“ (93). Logisch, dass auch eine Band wie Cypress Hill mit einem Mix aus Rap und Rock voll im Trend liegt und mit dem Album „Stoned Raiders“ von 39 auf 27 klettert.
Neu auf Platz 98 der Longplay-Hitliste steht die CD „Der blonde Engel – Marlene 100“. Der Sampler zum 100. Geburtstag bedeutet für die Filmdiva eine posthume Rückkehr in die Charts nach fast 37 Jahren. Im April 1965 enterte die Dietrich mit „Die neue Marlene“ die Hitliste und kam bis auf Rang 34. Ihre Version von „Sag mir, wo die Blumen sind“ erreichte 1962 bei den Singles Platz 20.
In Großbritannien stiegen die Albumverkäufe im Jahr 2001 um 7,9 Prozent auf 144, 9 Millionen abgesetzte Longplayer. Andy Randall, Geschäftsführer der Virgin Megastores, macht vor allem einen Zuwachs an effektiver TV-Werbung für dieses Plus verantwortlich. So erhöhte beispielsweise Marktführer Universal seine Aufwendungen für Fernsehspots um 20 Prozent gegenüber 2000.



