Musik

Charts KW 49: „Popstars“ übernehmen wieder Doppelführung

Bereits zum zweiten Mal besetzen Absolventen der Casting-Show „Popstars“ beide Charts-Spitzenpositionen. Zudem prägen Comeback-Bemühungen sowie ein untrüglicher Hinweis auf das nahende Weihnachtsfest das Geschehen.

Die Popularität der TV-Casting-Shows scheint ungebrochen. Zum zweiten Mal werden beide Spitzenpositionen der deutschen Charts von Vertretern der Ur-Casting-Show „Popstars“ besetzt. So erobern die Gewinner der dritten Staffel, Overground, in dieser Woche mit ihrem Debütalbum „It’s Done“ aus dem Stand die Top-Position der Top 100 Longplay. Beachtlich auch die Riege der internationalen Top-Acts, die sie im Charts-Rennen ausgestochen hat: Das TV-Projekt stößt nicht nur Herbert Grönemeyers Rekord-DVD „Mensch – Live“ vom Charts-Thron, sondern setzt sich im harten Vorweihnachtsgeschäft auch gegen Neuerscheinungen von Britney Spears („In The Zone„, Platz zwei), Red Hot Chili Peppers („Greatest Hits„, Platz sechs), Kylie Minogue („Body Language“ Platz elf) und die Beatles („Let It Be… Naked„, Platz 13) durch.

Bei den Singles muss sich Overground seinem weiblichen Gegenstück geschlagen geben: Die Mädchengruppe Preluders setzt die „Popstars“-Tradition fort und übernimmt mit ihrer Debüt-Single „Everyday Girl“ – wie alle anderen Bands aus der TV-Serie zuvor – ohne Anlauf die Spitzenposition. Ganz allein besetzte im Jahr 2001 die erste „Popstars“-Band beide Spitzenplätze in einer Woche: Die No Angels rangierten damals sowohl mit dem Debütalbum „Elle’ments“ sowie mit der Debütmaxi „Daylight In Your Eyes“ auf dem Platz an der Sonne.

Relativ unbeschadet von den jüngsten Skandalen kommt Michael Jackson mit seiner neuen CD „Number Ones“ davon. Das Album debütiert in Deutschland auf Rang sechzehn, in England schießt die vierte Hitkopplung des Sängers bei Sony sogar direkt auf Rang eins. Seine erste Sony-Best-of, die Doppel-CD „HIStory – Past, Present, Future Book 1“, erreichte 1995 Platz eins, das Best-of-Remix-Album „Blood On The Dancefloor – HIStory In The Mix“ gelangte zwei Jahre später bis auf Rang zwei. Vor zwei Jahren schob Sony mit „Greatest Hits – HIStory Volume 1“ eine Einfach-CD-Version der ersten Best-of hinterher, der ein Charts-Einstieg aber verwehrt blieb. Comeback-Zwischenbilanz im Hause Spears: Nachdem sie mit ihrer neuen Single „Me Against The Music“ in den USA nur Rang 38 erreichte, und auch in Deutschland lediglich ein fünfter Platz drin war, sammelt Britney Spears jetzt zumindest international Top-Platzierungen: Die Single ist Nummer eins in Australien, Dänemark, Irland und in den Euro-Charts, Nummer zwei in Italien, Norwegen und Großbritannien. Mit ihrem Album „In The Zone“ verpasst Spears in Deutschland diesmal knapp den Charts-Thron – 1999 schoss ihr Debüt „Baby One More Time“ ohne Umweg auf die Eins in Deutschland und in den USA, gleiches gelang ein Jahr später mit dem Nachfolger „Oops!… I Did It Again„. Zumindest in ihrer Heimat kann die Sängerin aber noch auf eine Fortsetzung der Serie hoffen: Nach den ersten Verkaufstagen rechnen die US-Charts-Ermittler mit 550.000 bis 600.000 verkauften Einheiten, und das wäre die dritte Nummer eins für sie in den US-Album-Charts.

Dass Weihnachten vor der Tür steht, wird spätestens dann klar, wenn sich Wham! mit „Last Christmas“ in den Hitlisten finden. In diesem Jahr debütiert der Weihnachts-Klassiker auf Rang 24. Bei der Erstveröffentlichung erreichte die Single 1984 Platz sieben und verweilte ebenso viele Wochen in der Hitliste. Der erste Re-Entry gelang im Januar 1997 auf Rang 54, im Dezember gleichen Jahres tauchte die Single dann wieder auf Rang 39 auf. Und seither erschallt das Schellengerassel des „Last Christmas“-Intros regelmäßig Anfang Dezember: 1998 erreichte der Song Rang 22, in den folgenden Jahren die Plätze 33, 37, 26 und 32.

Auch in dieser Woche reißt der Zufluss von DVDs in die Longplaycharts nicht ab: Diesmal sind fünf der Neueinsteiger Bildtonträger: „Live In Barcelona“ von Bruce Springsteen (38), „TV Total Vol. 3“ (40), „Go Home: Live At Slane Castle“ von U2 (42), „Es werde Licht“ von Udo Jürgens (68) und „Live At Wembley Stadium“ von Genesis (93).