Musik

Charts KW 45: Van Morrison bringt frohe Kunde für Blue Note

Nur den Strokes gelingt der direkte Einzug in die deutschen Longplay-Top-Ten. Dort sorgen zudem der spielfreudige Van Morrison und diverse Live-Konserven für Schlagzeilen.

The Strokes profilieren sich mit ihrem mit Spannung erwarteten Album „Room On Fire“ als Top-Neueinsteiger in den deutschen LP-Charts auf Rang sechs. Damit übertreffen Julian Casablancas und Co. hier deutlich den internationalen Millonenseller „Is This It„, der 2001 noch mit Rang 28 vorlieb nehmen musste. In Großbritannien muss sich „Room On Fire“ nur der mächtigen Dido geschlagen geben und debütiert wie „Is This It“ auf Rang zwei. Nicht ganz so heiß auf das Album der als Rock-Heilsbringer gefeierten New Yorker scheinen die Österreicher zu sein: Platz 15 als Startwochenergebnis.

Als für beide Seiten äußerst erquickliche Zusammenarbeit erweist sich die Liaison zwischen Van Morrison und Blue Note. „What’s Wrong With This Picture?„, das stilistisch eher zwischen Blues, Soul und R&B pendelnde Debüt des Altmeisters für das ehrwürdige Jazz-Label, stürmt von null auf 13. Es ist somit für beide Parteien die zweithöchste Notierung überhaupt. Der Schweiger aus Belfast lag nur mit seinem letzten Album „Down The Road“ von 2002 mit Rang zehn höher. Für Blue Note triumphierte lediglich Norah Jones in diesem Jahr im Zuge ihres Grammy-Regens mit Rang zwei noch Aufsehen erregender. „Seit Norah Jones floss auch nicht mehr so viel Budget in Anzeigen für eine Blue-Note-Produktion“, berichtet Michael „Obi“ Oberhofer, der als freier Produktmanager das Album betreut. So erschienen Anzeigen in „Jazz thing“ „Jazzthetik“ „Jazz Podium“, „Alert“, „Spex“, „Musikexpress“ und „Rolling Stone“. Auch das Medienecho sei bislang äußerst positiv, erklärt Promoter Uwe Kerkau. So kündigte die dpa das Werk im Ticker an, spiegel.de zählte es zu den Platten der Woche, und Radiosender wie MDR Kultur stellten es vor. Bestätigt sind bereits auch Artikel in der „FAZ“, der „Zeit“, „Brigitte“, „Maxim“ und „Vogue“ sowie Präsentationen der Hörfunksender hr1, NDR 2, RBB Kultur oder dem Radio Bremen Nordwestradio, so dass die Platte im Gespräch bleibt und einen längeren Charts-Aufenthalt verspricht. Was nur verdient wäre, wie Oberhofer betont, der die „außergewöhnliche Spielfreude und die positive Ausstrahlung“ der CD rühmt. Live-Alben auf Tonträger oder DVD erfreuen sich wachsender Beliebtheit in Deutschland. So hält sich Robbie Williams mit dem Album „Live Summer 2003“ weiter auf Rang zwei. Neu auf 26 platzieren sich die Guano Apes mit der CD „Live„, einer Konzertkonserve, die es in limitierter Auflage auch mit Bonus-DVD gibt. Auf zwei Bildtonträgern dokumentiert „Die Toten Hosen Live“ die „Im Auftrag des Herrn“-Tour von 1996 sowie die Weihnachtstour unter dem Motto „Wir warten auf’s Christkind“ von 1998. Das als Doppel-CD oder -DVD erhältliche Queen-Konzert „Live At Wembley Stadium“ liegt in dieser Woche auf Rang 79. Im hinteren Charts-Bereich finden sich schließlich gleich drei neue Titel in dieser Rubrik. Peter Maffays opulentes Drei-DVD-Set „Rückblick – Live“ platziert sich an 94. Stelle, die Einzel-DVD „Soulmates Absolutely Live“ von Man Doki folgt auf 96, und auf 99 schließt sich „River Runs Again: Live 2003“ von Life Of Agony an, ein Set, das als Doppel-CD oder gemischtes CD/DVD-Paket im Laden steht.

Die Black Eyed Peas halten mit „Where Is The Love?“ nun schon vier Wochen lang die Führungsposition in der deutschen Singles-Hitliste inne. Rang eins verbuchte der Ohrwurm bislang auch schon in Großbritannien, den Euro-Charts, in Belgien, den Niederlanden, Dänemark, Irland und der Schweiz.

Eine regelrechte Renaissance erlebt derzeit Rod Stewart in Großbritannien. Gerade ist in London das Musical „Tonight’s The Night“, das auf seinen Hits basiert, angelaufen. Und in den britischen Longplay-Charts landet der schottische Rock-Veteran gleich zwei Neueinsteiger in den Top 20. Sein aktuelles Studiowerk „As Time Goes By… The Great American Songbook Vol. II“ entert die Charts auf Rang vier. Neu auf 13 reiht sich der Sampler „Changing Faces: The Very Best Of Rod Stewart And The Faces“ ein. Das Album dokumentiert seine Karriere als Solist ebenso wie mit seiner damaligen Band 1969 bis 1974.