Der herbstliche VÖ-Wind wirbelt die Charts gehörig durcheinander. So meldet Media Control für die deutschen Top-100-Longplay allein 25 Neueinsteiger, davon nicht weniger als sechs unter den ersten sieben Plätzen. Direkt auf den Platz an der Sonne katapultiert sich die Band Limp Bizkit mit „Results May Vary„. Es ist die zweite Nummer eins in Deutschland für die NuMetal-Formation nach dem Triumph mit „Chocolate St*rfish And The Hot Dog Flavored Water“ im Jahr 2000. Das Album verkaufte sich weltweit über 13 Millionen Mal. Den aktuellen Erfolg führt Produktmanager Cornelius Ballin von MUD vor allem auf zwei Faktoren zurück: „eine gut betreute Fanbasis, die mitnichten in der releasefreien Zeit abgewandert ist, und die Fokussierung auf schnelles Marketing im Bereich Online und TV“. So schaltete MUD in der VÖ-Woche Spots bei Viva, MTV und NBC Giga und erwirkte zudem durch eine Kooperation mit dem DSF den Einsatz der Single-Auskopplung „Eat You Alive“ als Untermalung der Image-Trailer des Sportsenders zur Fußball-Bundesliga-Berichterstattung. „Hilfreich war sicherlich auch die Unterstützung von MTV mit der Übertragung des kostenlosen Gigs der Band für 20.000 Fans im Finsbury Park in London“, ergänzt Ballin. „Ungeachtet der Entwicklung im NuMetal-Sektor mit neuen Mega-Sellern wie Linkin Park sind Limp Bizkit als Mitbegründer des Genres von zentraler Bedeutung für die Fans“, so der Produktmanager.
Sting schwingt sich mit „Sacred Love“ von null auf zwei und bestätigt damit seine Stellung als einer der beständigsten Umsatzträger der deutschen Charts über fast zweieinhalb Jahrzehnte hinweg. Zum ersten Mal tauchte er als Sänger und Bassist von The Police mit dem Album „Regatta De Blanc“ im März 1980 in den deutschen Charts auf. Die Platte brachte es auf Rang 16. Danach kam er sowohl als „Polizist“ wie als Solokünstler mit jedem regulären Studioalbum unter die ersten Fünf. Die Serie begann im Herbst 1980 mit Rang fünf für das Police-Werk „Zenyatta Mondatta„. Gemeinsam mit Andy Summers und Stewart Copeland ließ Sting die Albumhits „Ghost In The Machine“ (1981 auf vier) und „Synchronicity“ (1983 ebenfalls Nummer vier) folgen. Auch als Solist blieb Sting mit seinen Produktionen „The Dream Of The Blue Turtles“ (1985) und „… Nothing Like The Sun“ 1987 zunächst auf Platz vier abonniert, ehe er 1991 mit „The Soul Cages“ erstmals die Spitze erklomm. Es folgten Platz drei für „Ten Summoner’s Tales“ (1993), Platz zwei für „Mercury Falling“ (1996) und eine weitere Nummer eins für „Brand New Day“ (1999). Zwei weitere Top-Five-Platzierungen verbuchte er mit den Samplern „Fields Of Gold 1984-1994“ (1994 auf vier) und „Their Greatest Hits 1977 – 1983“ von The Police (1990 auf fünf). Hinter den US-Rockern Nickelback, die mit „The Long Road“ von null auf vier hüpfen, beweist Wolfgang Petry mit seinem Eintritt auf fünf, dass „Kein Grund zur Panik“ für den deutschen Schlager besteht. Die Liste der Neueinsteiger in die Top Sieben vervollständigen zwei bewährte Klassik-Crossover-Helden aus den BeNeLux-Ländern, die auf langfristige Verkäufe bis zum Weihnachtsfest hoffen: André Rieu, der niederländische Walzerkönig, geigt sich mit „Romantic Paradise“ auf die sechs, während Belgiens Gesangsbotschafter Helmut Lotti seine „Pop Classics In Symphony“ auf sieben unterbringt.
Anno 2001 war ihre Stimme bereits auf einem Nummer-eins-Hit in Deutschland zu hören: als Sample auf Eminems Hit „Stan„. Nun steht Dido ganz allein vorn in der deutschen Singles-Rangliste: Mit der Maxi „White Flag“ springt die englische Sängerin in dieser Woche von Platz fünf auf Rang eins.
In den USA geht Aretha Franklin mit dem Album „So Damn Happy„, das auf Platz 33 debütiert, in ihr fünftes Charts-Jahrzehnt. Es ist der 41. Longplayer der unangefochtenen Queen of Soul in der amerikanischen Hitliste. Ihr Debüt feierte sie im November 1962 mit „The Tender, The Moving, The Swinging Aretha Franklin“.



