Ein kleiner Sprung in den Charts bedeutet ein großer Sprung für Shania Twain, die sich mit ihrem aktuellen Album „Up!“ in der 39. Woche von Rang zwei auf eins vorschiebt und damit ihr erstes Nummer-eins-Album in Deutschland landet. Ihr Debütalbum, „Come On Over„, hatte 1998 es in den deutschen Charts bis auf Platz 17 geschafft, zwei Jahre später kam „The Woman In Me“ über einen 72. Platz nicht hinaus. Nun zahlt sich die langfristige Aufbauarbeit von Universal aus, wo zunächst die damalige Mercury-Division, jetzt die Polydor Island Group (PIL), das Thema betreut. Geholfen haben, den letzten Gipfel zu knacken, mag auch die TV-Präsenz. Denn der Auftritt der Ehefrau des erfolgreichen US-Produzenten Robert John „Mutt“ Lange beim Viva-„Cometen“, wo sie ihre aktuelle Single „Thank You Baby! (For Makin‘ Someday Come So Soon)“ darbrachte, lief auf RTL, Viva und Viva Plus in mehreren Wiederholungen. Und auch die bereits im Mai veröffentlichte Single, „Forever And For Always„, hält sich noch immer in den Charts.
Von ihrer Präsenz beim „Cometen“ profitieren auch Herbert Grönemeyer, Alexander, Daniel K., Sarah Connor, t.A.t.U., die No Angels, Ricky Martin und Xavier Naidoo, die alle mit ihren aktuellen Singles beziehungsweise Alben nach vorn rückten oder sich zumindest in ihren jeweiligen Charts-Regionen halten können. So legen etwa die Single „Bounce“ von Sarah Connor und Grönemeyers „Mensch„-Album noch einmal um zwei Notierungen zu, während das bereits aus den Charts gefallene Album „Almas Del Silencio“ von Ricky Martin erneut die Hitliste entert.
Nena spielte ebenfalls beim „Cometen“ und knüpft mit der auf Rang 79 eingestiegenen Single „Nur geträumt“ an 1982 an, als der Song als Debüt die Vize-Spitze der Charts erklomm. Das Jahr 1982 feiert mit der Rückkehr eines weiteren Klassikers der Neuen Deutschen Welle fröhliche Urständ‘ in der aktuellen Auflistung von Media Control: Denn die britische Punk-Pop-Band Busted hat sich „Hurra, Hurra, die Schule brennt“ von Extrabreit vorgeknöpft und erobert damit Position 20. Die Originalversion der ebenfalls aus Hagen stammenden Formation Extrabreit hatte nur ein halbes Jahr vor Nenas „Nur geträumt“ Platz zwölf eingenommen. Ohne Präsenz beim Musikfernsehen gelang indes Matthias Reim ein beachtlicher Erfolg. Sein schlicht „Reim“ betiteltes Album springt von Null auf vier – die höchste Charts-Notierung seit mehr als zehn Jahren für den Schlagerkünstler. Das wiederum sorgte in der Kölner EMI-Dependance für Freudensprünge. „Jetzt ist es bewiesen: Es ist Reim-Zeit“, ruft Manfred Rolef, Senior Product Manager Pop bei Capitol. „Wir freuen uns mit und für unseren Künstler Matthias Reim, denn er hat lange Jahre hart und kontinuierlich für diesen Erfolg gearbeitet. Die enge und optimale Zusammenarbeit zwischen Künstler, Manager Dieter Weidenfeld und unserem Team hat dieses fantastische Ergebnis möglich gemacht.“
Mit einem denkwürdigen Ereignis schreibt sich auch Neil Young in die Charts-Historie ein. Denn die Fans des Singer/Songwriters aus Kanada haben „Greendale„, sein neues mit der Band Crazy Horse eingespieltes Album, bis auf Rang sechs hochgekauft. Damit steht es nur zwei Plätze unter seiner bisherigen besten Position, die er 1972 mit dem Album „Harvest“ erreichte. Rang fünf sicherte sich sein vorletztes Studioalbum, „Silver & Gold“ (2000), während es von allen anderen Neil-Young-Produktionen nur noch das mit der Band Pearl Jam aufgenommene Album „Mirror Ball“ (1996) in die Top Ten schaffte. Parallel dazu schafften es die erstmals auf CD erhältlichen Alben „On The Beach (Remastered)“ (1974) und „American Stars ’n‘ Bars (Remastered)“ (1977), die bei der Originalveröffentlichung nicht in die deutschen Charts kamen, in die Hitlisten. Media Control notiert sie zurecht als Neueinsteiger.



