Musik

Charts KW 32: Sommerloch hilft der Eiskönigin

Ausgerechnet zu schweißtreibenden Temperaturen klettert die „Ice Queen“ von Within Temptation die Charts hoch. Gleichzeitig spült eine erneute Welle zahlreiche Cover-Versionen durchs Sommerloch hoch in die Hitliste.

Eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte schreiben die holländische Metal-Formation Within Temptation und ihr Bochumer Label Gun Records. In dieser Woche platziert sich das in den Niederlanden bereits 2001 erschienene Album als Wiedereinsteiger erneut in den deutschen Charts. Im Februar hatte die CD, die melodische Metal-Musik mit Klassik-Einflüssen verbinden, bereits Rang 56 erreicht, doch durch die beharrliche Aufbauarbeit von Gun-Chef Wolfgang Funk und seinem Team gelingt nun der Sprung auf Platz 24. Maßgeblich für diesen Erfolg verantwortlich war die Präsenz der Single „Ice Queen“, die erst nach und nach die Rotationslisten von Viva Plus und Viva und über diesen Umweg auch die Radiostationen erreichte. „Wir hatten bis zu der Woche, in der die Single in den Charts richtig hochgegangen ist, nicht ein einziges Radioplay“, erklärt Funk. Für den Charts-Einstieg des Songs, der sich diese Woche noch einmal vom 33. auf den 30. Platz verbessert, aber auch den Erfolg des Longplayers macht der Label-Chef vor allem intensive Pressearbeit und eine hohe Live-Präsenz verantwortlich.

Wie der Band Within Temptation hatte musikwoche zuletzt auch den Künstlern Rolf Stahlhofen (SPV) und Stefan Gwildis große Features gewidmet und damit vorab auf das Potenzial der Künstler hingewiesen. Rolf Stahlhofen markiert diese Woche mit dem Album „Zeit was zu ändern“ auf 96 sein Charts-Debüt, während die CD „Neues Spiel“ von Stefan Gwildis, die Sony Music Domestic veröffenticht hat, auf Platz 92 eine erste Anlaufstation in den Charts findet. Für Kontroversen in der dieswöchigen Ausgabe der musikwoche-Rubrik hit-tipp sorgt die erst 17-jährige US-Sängerin Stacie Orrico. In ihrem Heimatland hat sie bereits eine halbe Million Tonträger verkauft, in Deutschland arbeitet sich ihre Single „Stuck„, Vorbote des Debütalbums „Stacie Orrico„, auf Rang fünf hoch. Damit lässt die junge Künstlerin mit ihrer Single „Stuck“ den Song „Stuck On You“, mit dem sie in der vergangenen Woche noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf Rang neun und zehn antrat, hinter sich. Die Dance-Bearbeitung von „Stuck On You„, die Mark ‚Oh produziert hat, stammt im Original von Lionel Richie und erreichte 1984 Platz 45 in Deutschland. Unter dem gleichen Titel hatte auch Elvis Presley im Jahr 1960 einen Hit, der Position 23 erreichte.

Neben Mark ‚Oh reißt die Cover-Welle, bei der ältere und jüngere Songs im Club-Kostüm die Charts bevölkern, nicht ab. Das erfolgreichste Beispiel stammt diese Woche von der Formation Lichtenfels, die mit einer Neuaufnahme des Alphaville-Songs „Sounds Like A Melody“ auf Rang 17 die Charts erreicht – 14 Positionen unter der Platzierung von Alphaville im Jahr 1984. Mit gleich mehreren Tracks aus den Eurobeat-Tagen der 90er-Jahre in Medley-Form behauptet sich DJ Deep auf Rang 70 in den Singles-Charts. Ein Song aus der Hitzusammenstellung, der Track „No Limit 2.3“ von 2 Unlimited, der vor zehn Jahren bis auf Platz zwei kam, erlebt sein Comeback unter dem Namen „No Limit 2.3“ auf Rang 74.

Aus der gleichen Ära stammt die Originalversion von „Max Don’t Have Sex With Your Ex“ von der Gruppe E-Rotic (1994: Rang sieben), die nun ihren Ratschlag wieder auf Platz 86 erteilen. Raffinierter gingen Scooter vor, die einen Teil des Stücks „The Night“ von Valerie Dore für ihren gleichnamigen Hit verwendeten, während die aktuelle Single des Rappers Ja Rule, „Reign„, die diese Woche Platz acht hält, auf einem Sample aus dem Toto-Song „Africa“ basiert. Damit kommt die Band um Steve Lukather erneut zu Urheber-Tantiemen, nachdem zuletzt DJ Roger Sanchez für seinen Track „Another Chance“ ebenfalls ein Stück der Band verwendet hatte.