Mit einem fulminanten Einstieg direkt auf die Spitzenposition schreibt „Noiz“, das zweite Album der Söhne Mannheims, die Erfolgsgeschichte von Xavier Naidoo fort. Auch wenn Naidoo in der vielköpfigen Formation nur als Bandmitglied geführt wird, ist es doch seine Aura, die das Album nach ganz oben brachte. Für die Gruppe bedeutet das eine Verbesserung im Vergleich mit dem Vorgänger-Album, „Zion“, das vor drei Jahren Platz 17 erreichte. Für Naidoo selbst ist „Noiz“ indes bereits der dritte Longplayer an der Pole Position: 1998 gelang ihm die Sprung nach ganz vorne mit seiner CD „Nicht von dieser Welt“. Dieses Kunststück wiederholte 2002 das Doppelalbum „Zwischenspiel/Alles für den Herrn“. Nicht ganz so hoch landeten Naidoos Konzert-Mitschnitte: „Live“ blieb 1999 auf Position neun stehen, einen Rang besser platzierte sich im vergangenen Jahr die CD/DVD „Alles Gute vor uns“.
Dass eine orthographisch nicht ganz korrekte Schreibweise des englischen Wortes „noise“ zu hohem Wiedererkennungswert in den Charts führt, wussten nicht nur die Söhne Mannheims. Bereits 1973 forderten Slade „Cum On Feel The Noize“ und beanspruchten damit Rang sieben in den deutschen Singles-Charts. Und auch wer „noise“ fehlerfrei buchstabieren kann, darf in die Hitlisten: Das beweisen in der Singles-Auswertung die Donots, die mit dem Song „We Got The Noise“ den Lärmpegel auf Rang 57 erhöhen. Die Antwort auf die Frage, wer denn den Krach gebracht hat, beantworteten Public Enemy und Anthrax indes auf ihrer gemeinsamen Single schon 1992: „We Bring The Noise!“
Eine Deutschlandtour, Fernsehpräsenz bei Stefan Raabs Sendung „tv total“ und vor allem die Unterstützung des Fußballverbandes UEFA, der ihren Track „Força“ als offiziellen Song der Europameisterschaft 2004 präsentiert, verhelfen Nelly Furtado zum zweithöchsten Einstieg in dieser Woche. Denn auf Rang 16 bringt die Kanadierin portugiesischer Abstammung das Lied zielsicher im Tornetz der deutschen Charts unter. Davon profitiert auch ihr Album „Folklore“, das noch einmal von Rang 20 auf 13 anzieht.
Fußball im allgemeinen und die EM im besonderen bleibt ein Thema in der Top 100. Das deutsch-holländische Dance-Duo Starsplash liefert auf Position 46 mit der Single „Can You Kick It“ einen Beitrag zum Nachbarschaftsduell der beiden Fußballnationen. Schon zur Europameisterschaft 1996 erschien die Stadienhymne „Three Lions (Football’s Coming Home)“ von den beiden britischen Komikern Baddiel, Skinner und den Lightning Seeds. Die Spiele spülen den Schlachtruf abermals von Platz 78 auf 60. Die bislang beste Position erzielte der Song zur Weltmeisterschaft 1998, als er Platz 17 holte; bei der Erstveröffentlichung hatte er zwei Jahre zuvor Rang 49 belegt. Und mit „Portugal“ gehört die niederländische Formation Hermes House Band auf Platz 70 ebenfalls zu den Nutznießern der EM-Euphorie.
Von den Söhnen Mannheims zwar vom ersten auf den zweiten Platz der Longplay-Liste gestoßen, können sich die Formation Nightwish und ihr Label Nuclear Blast dennoch freuen. In weniger als zwei Wochen übersprang ihr Album „Once“ die Grenze von 100.000 verkauften Einheiten und erhält dafür eine Goldene Schallplatte. Markus Staiger, Präsident von Nuclear Blast, zum größten Erfolg der Labelgeschichte: „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir das neue Album bei uns veröffentlichen konnten, da es mit Abstand das beste, abwechslungsreichste und anspruchsvollste der Band ist. Der zeitliche und kostspielige Aufwand, u.a. durch die Aufnahmen mit dem London Session Orchester, macht sich voll bezahlt.“
Über mangelnde Auszeichungen kann auch Abba derzeit nicht klagen: Die DVD-Version von „The Definitive Collection“, in dieser Woche auf Rang 72, wurde jüngst mit Doppel-Platin ausgezeichnet, Platin gab es für die CD gleichen Namens. DVD-Platin erhielten zudem Abbas „Greatest Hits“, während die Alben „Complete Singles Collection“, „Voulez-Vous“ und „Waterloo“ auch mit Platin dekoriert wurden. Zweifaches Platin ging an „Arrival“ und „Super Trouper“, viermal mit Platin belohnt wurde die Zusammenstellung „Gold: Greatest Hits“. Zudem erhielt die aktuelle Abba-DVD „In Concert“ nach wenigen Wochen Gold, und sogar die alte VHS-Kassette „More Abba Gold“ erhielt Gold.



