Dass der Erfolg ihn eines Tages verlassen könnte, sei so unwahrscheinlich, wie dass ein Meteorit auf seinen Heimatort Tötensen falle, erklärte Dieter Bohlen jüngst in einem Interview mit der Zeitschrift „Frau im Spiegel“. Nicht unbedingt das Rutschen aus der Erfolgsspur, aber einen kleinen Dämpfer muss der unbescheidene Hitlieferant in dieser Woche aber durchaus hinnehmen. Das Debütalbum „Positive Energie“ seines schrillen Superstar-Schützlings Daniel Küblböck muss sich nämlich trotz bereits als vollzogen gemeldeter Vergoldung in der Startwoche mit Rang zwei begnügen und schafft es nicht, Metallicas „St. Anger“ vom Thron zu stoßen. Ein weiteres Indiz für das Abebben der „Superstar“-Euphorie in Deutschland ist das eher moderate Interesse an Alexanders aktueller Single, „Stay With Me„. Die enterte die Hitliste letzte Woche auf Platz neun und fällt nun um einen Platz.
„American Idol“, das amerikanische Pendant zu „Deutschland sucht den Superstar“, schlägt dafür jetzt erst richtig durch und sorgt für neue Rekordwerte in den Billboard Hot 100. Hier belegen nämlich die beiden Ersten des Castingshow-Wettbewerbs auch die beiden Top-Ränge in den Billboard Hot 100. Interessanterweise zieht der im „American Idol“-Finale unterlegene Clay Aiken mit „This Is The Night“ am offiziell gekürten neuen US-Superstar Ruben Studdard vorbei, der mit einem Remake des Westlife-Songs „Flying Without Wings“ auf zwei einkommt. Es ist das erste Mal in der 45-jährigen US-Charts-Geschichte der Rock-Ära, dass zwei Neueinsteiger die Singles-Hitliste anführen. Aikens Maxi ist auch erst die zwölfte Single, die es in diesem Zeitraum von null auf eins brachte. Dieses Phänomen gab es überhaupt nur in den 90er-Jahren zu beobachten. Die Premiere dieses Kunststücks vollzog Michael Jackson anno 1995 mit „You’re Not Alone“. Im gleichen Jahr folgten Mariah Carey mit „Fantasy“, Whitney Houston mit „Exhale (Shoop Shoop)“ sowie nochmals Mariah Carey zusammen mit Boyz II Men mit „One Sweet Day“. 1997 ging es abermals von null auf eins für Mariah Carey mit „Honey“ sowie für Elton John mit „Candle In The Wind 1997“. 1998 gelang dieser Coup Céline Dion mit „My Heart Will Go On„, Aerosmith mit „I Don’t Miss A Thing“, Lauryn Hill mit „Doo-wop/That Thing“ sowie R. Kelly im Duett mit Céline Dion mit „I’m Your Angel„. Zurück nach Deutschland: Hier übernehmen US-HipHop-Star RZA und Mannheims R&B-Hohepriester Xavier Naidoo die Führung mit dem Titel „Ich kenne nichts (das so schön ist wie du)„. Sowohl für den Kopf des Wu-Tang-Clan als auch für Naidoo ist es jeweils der erste Singles-Spitzenreiter in den deutschen Charts. Vertriebspartner Virgin verzeichnet damit die erste Nummer eins bei den Singles, seit im Mai 2001 Atomic Kitten mit „Whole Again“ eine sechswöchige Regentschaft antrat.
Die Loveparade wirft ihre Schatten voraus mit den Tonträgern zum Techno-Happening, die vorab durchstarten. Bei den Compilations debütiert „Love Rules – The Loveparade Compilation 2003“ auf Platz vier. Die diesjährige offizielle Hymne zum Raver-Umzug, „Love Rules“ von The Love Committee, ist auf Rang 36 Neueinsteiger bei den Singles.
Metallica platzieren neben dem neuen Album auch den schlicht nach dem Bandnamen benannten Klassiker aus dem Jahre 1991 als Wiedereinsteiger auf Platz 61. Der schon legendäre Longplayer verkaufte bislang allein in Deutschland rund 1,3 Millionen Einheiten.
In Großbritannien ist Evanescence die Band der Stunde. Das amerikanische Rock-Quartett steht bei den Singles mit „Bring Me To Life“ bereits die dritte Woche in Folge auf dem Platz an der Sonne. Das Album „Fallen“ klettert von fünf ebenfalls auf eins und hat mit 300.000 ausgelieferten Kopien bereits Platin reserviert.



