Auf Metallica ist Verlass. Das Quartett um Sänger James Hetfield untermauert seine Stellung als umsatzträchtigste Metal-Band mit der neuen CD „St. Anger„, die in den deutschen Longplay-Charts standesgemäß von null auf eins flitzt. Es ist die fünfte Longplay-Nummer-eins der Band in Folge nach „Load“ (1996), „Reload“ (1997), „Garage Inc.“ (1998) und dem Live-Album „S&M“ 1999. Ihren ersten Spitzenreiter verbuchte die Formation 1991 mit „Metallica“, dem berühmten „schwarzen Album“, das sich nicht weniger als 120 Wochen in den deutschen Top 100 hielt. Wie Moritz Trapp, Product Manager Polydor Island Group International, berichtet, hat das Album bereits Gold sicher und ist auf Platinkurs. Den Sprung an die Spitze schaffte die CD zudem an nur drei Verkaufstagen, da es erst am Donnerstag der Erhebungswoche auf den Markt kam. Die Live-Auftritte bei „Rock am Ring“, „Rock im Park“ und in der Berliner Wuhlheide, Anzeigen, Posterplakatierungen, Fanmailings und Direktmarketingaktivitäten hätten das Metallica-Fieber angeheizt, das sich laut Trapp auch im Erscheinen von vier älteren Alben der Band in den Trend-Charts manifestiert. Der schnelle Kauf lohnte sich für die Fans zudem, weil es bei der Erstauflage eine Bonus-DVD ohne Aufpreis dazugab. Und lang anhaltende Charts-Präsenz dürfte garantiert sein, da diverse verkaufsfördernde Instrumente erst in den nächsten Wochen greifen. So tritt die Band, die weltweit schon 70 Millionen Alben absetzte, bei „tv total“ am 16. Juni zum ersten Mal live im deutschen Fernsehen auf, der Titelsong kommt als Single heraus, und eine TV-Kampagne fürs Album steht ebenfalls an. Außerdem sind für August sowie für Anfang 2004 weitere Konzerte in Deutschland in Vorbereitung. Konstante Erfolge in den deutschen Longplay-Charts kann auch Italo-Popstar Eros Ramazzotti vorweisen, der interessanterweise wie Metallica im Jahr 1986 erstmals in den Top 100 auftauchte: „Nuovi Eroi“ kam damals bis auf Rang 38. Zwei Jahre später knackte der vor allem von weiblichen Fans verehrte Beau mit „Musica E“ auf Rang vier erstmals die Top Ten. Mit „Dove C’è Musica“ (1996) und „Eros“ (1997) folgten zwei Spitzenreiter. Das neue Album „9“ geht in dieser Woche von null auf zwei und erreicht somit die gleiche Position wie das letzte Studioalbum „Stilelibero“ (2000).
Zwei Mitglieder von Depeche Mode sind momentan mit Solo-Alben präsent: Leadsänger Dave Gahan platziert seine Songkollektion „Paper Monsters“ aus dem Stand auf fünf, sein Band-Kollege Martin L. Gore klettert mit der Coverversionen-Sammlung „Counterfeit 2“ von 95 auf 87.
Das amerikanische Gothic-Rock-Quartett Evanescence fällt gemäß dem Albumtitel „Fallen“ zwar von zwei auf sieben, hat dafür aber knapp 40 Tage nach VÖ schon Gold erreicht. „Schön, dass hier mal eine konsequente Aufbauarbeit Früchte getragen hat“, erklärt Matthias Lumm, Director Alternative/Urban bei Sony Music International. „Über 150.000 Alben in weniger als sechs Wochen zu verkaufen, ist für einen Newcomer eine starke Leistung und zeigt das Potenzial der Band auf“, so Lumm. Im September ist mit „Going Under“ eine zweite Single-Auskopplung aus dem Erfolgsalbum geplant, das in den USA für eine Million abgesetzte Einheiten schon mit Platin dekoriert ist.
Von einem Dancehall-Boom in Deutschland zeugen die Berliner Band Seeed, deren CD „Music Monks“ auf Rang vier debütiert, und der Jamaikaner Sean Paul, der mit „Dutty Rock“ einen Sprung von Platz 43 auf 25 macht.



