Die deutsche Longplay-Hitliste verzeichnet auch in der sechsten Woche nacheinander einen Führungswechsel als kennzeichnendes Merkmal. Marilyn Manson nimmt mit seinem neuen Werk „The Golden Age Of Grotesque“ erstmals auf dem Charts-Thron Platz. Für den Meister der grellen Schockeffekte und seine gleichnamige Combo ist dies die erste Nummer eins in Deutschland, nachdem hier das 1997er Album, „Mechanical Animals„, mit Rang sieben bislang am besten abschnitt.
Nicht nur im Kino feiert die Ostalgie fröhliche Urstände, wie der Sensationserfolg von „Good Bye, Lenin!“ beweist. In den deutschen Longplay-Charts stürmen die einst in der DDR sehr populären Puhdys mit dem Album „Undercover“ von null auf 18. Darauf interpretiert die Ostrock-Institution Songs anderer bekannter Bands aus der Ära des selbst ernannten Arbeiter- und Bauernstaats. So kommen hier Songs wie „Über sieben Brücken musst du gehen“ von Karat, „Noch’n Bier“ von City, „Verlorene Kinder“ von Silly oder „Der Apfeltraum“ von der Klaus-Renft-Combo zu aktuellen Charts-Ehren. Die Puhdys sorgen zudem für die Hitlisten-Premiere der Berliner Plattenfirma Buschfunk.
Ihre beachtliche Erfolgsgeschichte schreibt die deutsche Speed-Metal-Combo Helloween mit dem Album „Rabbit Don’t Come Easy“ fort, das die Top 100 auf Platz 26 entert. Seit 1987 ist die Hamburger Band hier zum 14. Mal notiert. Top-Platzierung war 1988 Rang fünf für „Keeper Of The Seven Keys, Part 2“. Im Zuge ihrer ersten Deutschland-Tour vollzieht Americana-Queen Lucinda Williams endlich in Deutschland ihr längst fälliges Charts-Debüt. Ihr tiefgängiges Opus „World Without Tears“ ist neu auf Rang 93 dabei.
In den USA kehren die Isley Brothers nach 28 Jahren an die Spitze der Alben-Rangliste zurück. Die bereits in den 50er-Jahren etablierte R&B-Familien-Formation setzte in den Vereinigten Staaten von ihrem Album „Body Kiss“ in der ersten Woche 155.350 Exemplare ab und wiederholt damit den Nummer-eins-Triumph der Langspielplatte „The Heat Is On“ (1975). Großbritannien meldet einen Doppelsieg für Jive Records. Bei den Singles rangiert R. Kelly mit „Ignition“ weiter vorn. Bei den Alben kehrt mit Justin Timberlake und seiner CD „Justified“ ein weiteres Jive-Aushängeschild an die Spitze zurück.



