Hat-Trick: Der Oldie „Because The Night“ steigt in der Version von Jan Wayne auf Platz vier in die deutschen Singles-Charts ein. Mit Jan Wayne, Scooter („Nessaja„, drei) und Mad“House („Like A Prayer„) verbucht das Label Kontor nun gleich drei der fünf deutschen Top-Hits. Doppelpass: In der Vorwoche enterten die beiden neuen Alben von Tom Waits Schulter an Schulter – auf Rang neun und zehn – die deutschen Charts; jetzt schiebt sich Neuzugang Sandra mit „The Wheel Of Time“ zwischen „Blood Money“ (auf 18) und „Alice“ (20). Auch in den USA schwächelt „Alice“ ein wenig: Sie steigt auf Rang 33 hinter „Blood Money“ (32) ein. Den ersten Chartserfolg in Deutschland hatte Tom Waits übrigens 1987 mit „Frank“s Wild Years“ (Platz 49).
Duales System: Nur zwei weitere Künstler sieht man in der deutschen Hitliste jeweils doppelt. Robbie Williams hat mit „Swing When You’re Winning“ (auf Rang 38) nach 25 Wochen Vierfachplatin erreicht und mehr als 1,2 Millionen Einheiten verkauft, während er mit dem vorherigen Album, „Sing When You’re Winning“ (66), noch unter der Doppelplatin-Marke liegt, sich dafür aber seit 87 Wochen in den Charts hält. Den derzeitigen Langlebigkeitsrekord stellt Anastacia auf, deren Longplayer „Not That Kind“ (Platz 87) seit 90 Wochen läuft und läuft, während ihre aktuelle CD, „Freak Of Nature„, nach 24 Wochen auf 15 steht.
Marktmacht: Es gehört heutzutage zu den Ausnahmen, dass ein Künstler mit zwei oder mehr Produktionen in den Hitlisten vertreten ist. Früher war das anders. Ein willkürlicher Blick in die US-Longplay-Charts vom 27. Mai 1967 zeigt, dass die erfolgreichsten Acts vor 35 Jahren fast immer mehrere Eisen im Feuer hatten. Den Vogel schoss Trompeter Herb Alpert mit seiner Gruppe Tijuana Brass ab: Gleich sechs seiner Alben verkauften sich prächtig. Bill Cosby hatte fünf LPs unter den ersten hundert, Lou Rawls vier, gefolgt von The Mamas And The Papas und von Frank Sinatra mit je drei, während die Monkees, die Temptations, die Rolling Stones, Paul Revere & The Raiders, die Four Tops, Sergio Mendes & Brasil 66, Andy Williams, Roger Williams, Eddy Arnold und die Supremes jeweils mit zwei Longplayern mitmischten. Also verbuchten 15 Interpreten 41 der ersten hundert Bestseller für sich. Woraus sich schließen lässt, dass die Produktvielfalt seinerzeit zwar nicht so groß war, die „Markentreue“ der Plattenkäufer dafür umso ausgeprägter. Gute alte Zeiten…



