Musik

Charts KW 19: Spätes Glück für alte Rocker

Madonna und die No Angels vollziehen die Wachablösung in den deutschen Charts. Hier schaffen zudem unvergessene Rock-Institutionen Comebacks, während nun auch in den USA gecastete Newcomer durchstarten.

Madonna stürmt mit „American Life“ in den deutschen Longplay-Charts von Rang null auf eins und hat bereits Goldstatus erreicht. In mehreren Städten bot die Saturn-Kette am VÖ-Tag, dem 22. April, das Album schon vor den regulären Ladenöffnungszeiten an Extra-Verkaufsständen an – mit großem Andrang ab acht Uhr früh. Manfred Adamek, Abteilungsleiter der Saturn-Filiale am Alexanderplatz in Berlin, beschreibt Madonnas Massenwirkung: „Das Album hat sich bei uns bislang zwölfmal so häufig verkauft wie jede andere CD. Darin sind die Verkäufe der Special Edition nicht einmal enthalten.“ Auch in Großbritannien debütiert „American Life“ auf eins. In den deutschen Longplay-Charts sorgt die Pop-Ikone für eine Doppelführung von wea, da Linkin Park mit „Meteora“ weiter Rang zwei einnimmt.

Auch bei den Singles kommt es zum Führungswechsel: Im Wettstreit der Casting-Show-Protagonisten stürzen die einstigen „Popstars“-Siegerinnen mit „No Angel (It’s All In Your Mind)“ die „Superstars“ Alexander und Daniel K. vom Charts-Gipfel. Die Maxi der No Angels enthält auch die Coverversion des Klassikers „Venus“ aus dem Werbespot für einen Damen-Nassrasierer der Firma Gillette. Das Original von Shocking Blue hatte 1969 Platz zwei erreicht.

Auch in den USA sorgen die Helden einer populären Casting-Show, die dort „American Idol“ heißt, für Furore. Bei den Alben stürmt Kelly Clarkson, Siegerin der ersten Staffel der Reihe, mit „Thankful“ von null auf eins. Bei den Singles belegt der Titel „God Bless The U.S.A.“ der American Idol Finalists aus der zweiten Staffel Platz vier.

Altgediente Rock-Institutionen erleben in dieser Woche spätes Charts-Glück in Deutschland. So findet sich auf Rang 55 der Top 100 Longplay mit „Hittin‘ The Note“ zum allerersten Mal ein Album der Allman Brothers Band. In den USA zählte die Southern-Rock-Legende vor allem in den frühen Siebzigern zu den angesagtesten Bands mit Top-Positionen in den Charts wie Rang eins für das Album „Brothers And Sisters“ 1973 und drei für „Eat A Peach“ ein Jahr zuvor. Und die neu formierten Yardbirds erleben mit „Birdland“ die Rückkehr in die Longplay-Hitliste exakt 38 Jahre nach der letzten Notierung mit „For Your Love“ (Platz 20).