Musik

Charts KW 15: Nummer-eins-Novizen und Netznachteile

Mit einem Einstieg auf Rang fünf bestätigt Mick Hucknall von Simply Red seine Thesen zum Status der Musikindustrie und verhilft seinem neuen Vertrieb SPV zu einer hohen Charts-Platzierung.

, der nach dem Ende des Vertrages seiner Band Simply Red mit Warner Music ein eigenes Label gegründet hatte, dass er nun als unabhängiger Label-Chef in den jeweiligen Territorien die Möglichkeit habe, „mit den besten Vertrieben und Marketing-Leuten zu arbeiten“. In Deutschland entschied er sich für Ministry of Sound und den Hannoveraner Vertrieb SPV und erntet jetzt die Früchte: Das Comeback-Album „Home“ steigt auf Platz fünf ein. Für SPV ist dies die dritthöchste Platzierung in der Longplay-Liste überhaupt, nur Xavier Naidoo war mit „Zwischenspiel/Alles für den Herrn“ (Platz eins) und Fury In The Slaughterhouse mit „Brilliant Thieves“ (Platz drei) höher platziert. Diese Charts-Regionen kennt der rothaarige Soul-Sänger aus Manchester noch aus seiner Major-Zeit: Insgesamt landeten acht seiner Alben auf den ersten drei Positionen, darunter zwei ganz oben.

Neu an der Spitze ist indes die amerikanische Band Linkin Park, deren zweites Studioalbum „Meteora“ (wea/ Warner Music) die deutschen Charts auf Rang eins entert. Das Debüt, „[Hybrid Theory]„, war im Sommer 2001 nur bis auf Platz zwei vorgestoßen, verkaufte aber allein in Deutschland 540.000 Einheiten, weltweit gar mehr als 14 Millionen. Die „größte Band ihrer Generation“, wie jüngst der „Musikexpress“ die südkalifornische Band bezeichnete, schafft erstmals auch den Sprung an die Hitparaden-Spitze im Vereinigten Königreich. In ihrer Heimat wies der Chartsermittler SoundScan in der vergangenen Woche 810.500 verkaufte Alben aus. Damit platziert sich „Meteora“ in den amerikanischen Billboard-Charts für die nächste Woche auf Platz eins.

Eine langjährige Spitzenreiterin muss sich hingegen in den amerikanischen Charts mit einem Neueinstieg auf Rang 90 für ihre neue Single zufrieden geben – Madonnas drittschlechteste Platzierung in der ersten Woche. Der Grund dafür liegt jedoch in der Internetpiraterie. Weil der Song bereits frühzeitig auf den illegalen Tauschbörsen stand, zog Warner in den USA die Veröffentlichung als kostenpflichtigen und Charts-relevanten Download vor. Damit entfielen in den Erhebungszeitraum nur zwei Tage für die Notierung in den ebenfalls Charts-relevanten Airplay-Charts. Mit einer vollen Woche in den Rundfunk-Listen wird der Song nächste Woche dann jedoch in höhere Spähren steigen.