Der Versuch einer Podcasting-Initiative, durch konzertierte Promotion einen Song in den iTunes-Charts des 22. März hochzutreiben, ist gescheitert.
Das Projekt Bum Rush The Charts von sechs privaten Podcastern hatte sich zum Ziel gesetzt, die Verkäufe des Tracks „Mine Again“ im Apple-Downloadshop zumindest für einen Tag zu fördern. Der Song stammt von der inzwischen vertragslosen Band Black Lab, die seit gut zehn Jahren besteht und bislang keine nennenswerten Verkaufserfolge vorweisen kann.
Die Initiative wollte mit ihrer Aktion nachweisen, dass Podcasting eine Vielzahl von Menschen erreicht – darunter vor allem Hörer, die bereit sind, Geld für Musik auszugeben. Neil Barse, einer der Organisatoren, wollte zeigen: „Wir sind in der Lage, Musik genauso zu vermarkten wie das Radio.“ Sein Mitstreiter Christopher Penn hatte die Hoffnung geäußert, mehr als 30.000 Podcast-Hörer zu Käufen zu animieren und „Mine Again“ damit eventuell sogar auf Platz eins der iTunes-Tagescharts zu hieven. Dieser Plan ging jedoch nicht einmal ansatzweise auf.
Laut einem Apple-Sprecher schaffte es der Titel nie unter die ersten 100, auch bei MusikWoche-Stichproben war Black Lab im Laufe des gestrigen 22. März nie in der Liste der iTunes-Bestseller zu sehen. Kurz zuvor gab es auch bei Tila Tequila enttäuschende Verkäufe: Das singende Model hatte ihre Debütsingle ohne Plattenfirma ausschließlich über die MySpace-Community beworben und bei iTunes zum Verkauf angeboten. Tila Tequila gilt mit ihren mehr als 1,7 Millionen MySpace-„Freunden“ als Star des Web 2.0. Für einen Verkaufsschlager reichte das bisher allerdings nicht.


