Die Moderatorin der abgesetzten Sendung „Fast Forward“ erschien seit dem 29. November nicht mehr zur Arbeit. Die letzten Ausgaben des preisgekrönten Formats sollten im Januar 2005 gesendet und noch im Dezember abgedreht werden. „Ich fand es bekloppt, mich vor die Kamera zu stellen mit diesem wahnsinnigen Frust“, sagte Roche in einem Interview. Sie habe vom Ende ihrer Show nur beiläufig erfahren und beklagte mangelnde Kommunikation: „So verhält man sich nicht.“
Seit der Übernahme von Viva durch Viacom sei die Mannschaft in Köln „absolut führungslos – alle haben Angst wie die Hasen, auch in den Chefetagen“. Um die neuen Herren mitteilsamer zu machen, hofft der Betriebsrat nun auf ein Machtwort vom Arbeitsgericht: Der Vorstand soll der Belegschaft reinen Wein einschenken und in zu den Fragen Stellenabbau und Standortverlegung Farbe bekennen. In der MTV-Zentrale in London zeigt man sich inzwischen reuig und räumt Fehler in der Kommunikation ein.
Simon Guild, stellvertretender Chef von MTV Europe, bedauerte nun, dass durch die Verzögerungen bei der Verschmelzung der beiden Firmen „ein Vakuum“ entstanden sei: „Wir können noch nicht so, wie wir wollen.“ Jedoch seien Gerüchte, wonach bis zu 95 Prozent der Viva-Mitarbeiter gehen müssen „völlig absurd“. Aufgrund der „schlechten wirtschaftlichen Lage von Viva“ ginge es zwar nicht ohne Entlassungen, es gebe aber „viele Mitarbeiter, auf deren Know-how wir angewiesen sind“, erklärte Guild gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.


