Gute Musik, miese Musik, meine, deine, seine…, letztlich alles Quatsch. Musikgeschmack ist und bleibt etwas völlig Individuelles – jetzt und immerdar, Christ sei’s gedankt (ist ja schließlich Weihnachten). Das beweist, so es überhaupt eines weiteren Beweises bedarf, auch unser kleine Umfrage in den Redaktionen.
Resultat: Keine Übereinstimmung. Nix, niente, nada! Selbst unsere ach-so-geschmacksicheren Redakteure erfreuen ihre aufgeklärten Ohren mit komplett unterschiedlichem Klang. Trotzdem ziemlich interessant. Denn gute Alben sind’s allemal, die hier gepriesen werden. Was übrigens auch ziemlich weihnachtlich ist: „Nun preiset alle…“ meinte schon J.S. Bach – und der verstand was von guter Musik.
Wilco – A Ghost Is Born (Warner Bros.)
Die Truppe aus Illinois um den eigenwilligen Sänger und Songschreiber Jeff Tweedy hat einfach alles drauf: mitreißende Rocknummern, Weltschmerz und Kaltschnäuzigkeit, avantgardistischen Lärm und verführerische Popnummern. (Manfred Gillig, Chefredakteur MusikWoche)
Jack Johnson – In Between Dreams (Brusfire/UID)
Endlich wieder Neues von Hawaiianer Jack Johnson. „In Between Dreams“ ist das ideale Album zum Chillen und Träumen an tristen Wintertagen. Einfach die perfekte Welle, nicht nur für Surfer. Pretend like its the weekend now! (Birgit Paintner, Volontärin Kino.de)
Howl – Black Rebel Motorcycle Club (Echo/PIAS)
Die Black Rebel-Rocker haben ihre Lederjacken gegen Cowboyhüte eingetauscht und überraschen auf „Howl“ mit waschechtem Americana-Sound. Sie beweisen, dass nicht allen hochgelobten Newcomern früh die Ideen ausgehen. (Matthias Ott, Redakteur Treffpunkt Kino)
Josh Groban – Closer (Warner Bros./wea)
Auch mit seinem zweiten Album schafft der Amerikaner meisterhaft den Crossover zwischen Pop und Klassik. Mit wunderbaren Balladen stellt Groban einmal mehr seine grandiose Stimme unter Beweis. „Closer“ ist die perfekte CD zum Entspannen. (Bettina Kittl, Volontärin Kino.de)
Mylo – Destroy Rock & Roll (Superstar)
Mit seinem bahnbrechenden Debütalbum hat der Schotte im Jahr 2005 bewiesen, dass aus der Elektronikszene noch immer die wichtigsten und innovativsten Impulse für die Weiterentwicklung der Popmusik kommen. (Dietmar Schwenger, Redakteur MusikWoche)
Basement Jaxx – Kish Kash (XL Recordings/Beggars Group)
Eine absolut gelungene Mischung aus Elektro-Sounds, Soul-Harmonien und Disco-Beats – und Stücke wie „Good Luck“ und „Living Room“ machen selbst notorische Tanzmuffel munter… (Catharina Hettiger, Volontärin Kino.de)
Foo Fighters – In Your Honor (RCA/Sony BMG International)
„In Your Honor“ ist das wohl musikalisch facettenreichste Album der Foo Fighters. Tolle Refrains, meisterhafte Akkordwechsel, eingängige Melodien und harte Riffs lassen die Herzen der Foo-Fans höher schlagen. (Marcos Placias, Volontär Kino.de)
Depeche Mode – Playing the Angel (Mute)
Das Album ist eine Rückkehr zu den Wurzeln, aber gleichzeitig hoch aktuell. Sänger Dave Gahan ist besser in Form denn je und singt sich die Seele aus dem Leib. Melancholie, Liebe, Erotik – hier sind die intensivsten Gefühle auf einem Album vertreten. (Marion Brandstetter, Redakteurin Publikum)
Mexican Spaghetti Western – Chingon (Rocket Racing Rebels Record Co.)
Die Band „Chingon“ kennt, wer auf der DVD „Kill Bill Vol. 2“ im Bonusmaterial stöbert – dort demonstriert Kultregisseur und Bandleader Robert Rodriguez live, was er unter Latino-Rock versteht. (Hans Fuchs, Chefredakteur Publikum)
The Ark – State Of The Ark (Virgin)
The Ark stricken ihre Kombination aus erfrischendem Glamrock und selbstironischen Texten. Ihr Song-Spektrum reicht dabei von sensiblen Balladen über eingängige Popnummern bis hin zu Retro-Rockhymnen.(Daniela Gutfleisch, Volontärin Musikwoche)
Antony And The Johnsons – I Am A Bird Now (Secretly Canadian)
Der einsame Höhepunkt des Musikjahrs 2005 berührt mit subtilen kammermusikalischen Balladen von überirdischer Schönheit. Antony, der beste Sänger seiner Generation, gibt der Popmusik wahre Leidenschaft und große Gefühle zurück. Ein Meilenstein. (Frank Medwedeff, Redakteur Musikwoche)
Garden State Soundtrack (Epic/Sony BMG International)
Der Soundtrack ist wunderbar zum nebenbei hören, egal zu welcher Jahreszeit. Regisseur Zach Braff hat einen persönlichen Mix von Coldplay bis zu den Shins zusammengestellt, dafür gab’s sogar einen Grammy. (Bettina Friemel, Freie Mitarbeiterin Kino.de)


