Die Gratis-CDs für Schulen und Bibliotheken, mit denen US-Plattenfirmen Wiedergutmachung für Preisabsprachen leisten sollen, sorgen bei den Empfängern für Verwunderung. Es scheint, als wollten die Labels vor allem ihre Ladenhüter loswerden. Im Puget Sound Educational Service District, der 35 Schulbezirke im Bundesstaat Washington versorgt, kamen 1300 Kopien von Whitney Houstons CD-Single „Star-Spangled Banner“ an. Neben der etwas angestaubten Live-Version der US-Nationalhymne fanden sich auch HipHop-CDs mit anzüglichen Texten. Von den über 1300 CDs, die in der Tacoma Public Library ankamen, ist nach Aussage der Bibliothekarin Lara Weigand nicht einmal die Hälfte zu gebrauchen. Es fänden sich vor allem viele Dubletten in hoher Stückzahl von zumeist unbekannten Platten. Wenige Tage zuvor erhielt bereits eine Bibliothek im Bundesstaat Iowa rund 430 Mal die gleiche CD: Auch hier war es Whitney Houstons „Star-Spangled Banner“. Aus anderen Bundesstaaten liegen ähnliche Meldungen vor. Die Plattenfirmen machen einen Computerfehler für die Auslieferungen verantwortlich. An einer Lösung werde bereits gearbeitet. Wegen angeblicher illegaler Preisabsprachen waren die fünf Musikmajors im Jahr 2000 ins Visier der Federal Trade Commission geraten. Den Unternehmen wurde vorgeworfen, zwischen 1995 und 2000 im Rahmen eines „Minimum Advertising Pricing“-Programms Mindestpreise auf Tonträger verabredet zu haben. Ein außergerichtlicher Vergleich kostete die Branche rund 144 Mio. Dollar; 76 Mio. Dollar davon wurden für das Gratis-CD-Projekt veranschlagt. Ein Sachverständigengremium hatte zuvor festgelegt, welche CDs in die Auswahl gelangen, um zu verhindern, dass bloß Ausschussware oder alte Bestände weitergegeben werden.
CD-Spenden stammen offenbar aus Retouren
Die Gratis-CDs für Schulen und Bibliotheken, mit denen US-Plattenfirmen Wiedergutmachung für Preisabsprachen leisten sollen, sorgen bei den Empfängern für Verwunderung. Es scheint, als wollten die Labels vor allem Ladenhüter loswerden, u. a. von Whitney Houston.



