Musik

CD-Beilagen in der Kritik

Kostenlose beigeklebte CDs in Zeitungen und Magazinen stoßen zunehmend auf Widerstand aus der Musikbranche: In Großbritannien befürchten Künstlermanagements und Handel eine dauerhafte Entwertung des Kulturguts Musik.

Kostenlose beigeklebte CDs in Zeitungen und Magazinen stoßen zunehmend auf Widerstand aus der Musikbranche: In Großbritannien befürchten Künstlermanagements und Handel eine dauerhafte Entwertung des Kulturguts Musik. Mit ihren musikalischen Dreingaben würden Plattenfirmen lediglich den Verlagen im Wettkampf um Marktanteile helfen, bekundete ein Sprecher der Handelskette HMV gegenüber der „BBC“: „Mir fällt es allerdings schwer, darin einen langfristigen Nutzen im Sinne der Musikindustrie zu erkennen.“ In jüngster Zeit warben viele Kiosktitel in UK mit kostenlosen CD-Beilagen. Nicht nur Magazine, auch die Wochenendausgaben der Tageszeitungen enthalten musikalische Kaufanreize – teils sogar Doppel-CDs. Auch dem Music Managers Forum (MMF) ist diese Entwicklung ein Dorn im Auge: Konsumenten erhielten so den Eindruck, Musik sei nichts wert, ein Wegwerfprodukt. Das MMF, dem in Großbritannien rund 650 Manager angehören, versucht nun, seine Mitglieder auf einen gemeinsamen Kurs gegen diese Promo-CDs einzuschwören: Sie sollen ihren Klienten davon abraten, Songs freizugeben. „Das ist der reine Wahnsinn. Ich habe keine Ahnung, warum sich die Plattenfirmen auf solche Deals einlassen“, beschwert sich MMF-Chairman John Glover. „Die Kataloge werden so in ein paar Jahren nichts mehr wert sein. Musik ist wertvoll, Menschen sollten bereit sein, dafür zu bezahlen. Statt dessen vermitteln einem die Zeitungen, dass Musik umsonst ist.“ Laut „BBC“ hätten bereits einige Labels einen Lizenzstopp für die Promos verhängt. Andere Firmen beharren dagegen darauf, dass diese Art von vergüteter Drittauswertung eine sinnvolle Einnahmequelle sei.