Die US-Regierung hat die Probezeit für Brasilien um sechs Monate verlängert. Bis Ende September hat das größte südamerikanische Land nun die Möglichkeit, Washington davon zu überzeugen, dass es effizient gegen Piraterie vorgeht. Ansonsten droht die Streichung von milliardenschweren Handelsvergünstigungen.
Brasilien ist zusammen mit anderen Ländern Partner der USA im Rahmen eines multilateralen Wirtschaftsabkommens namens „Generalized System of Preferences“. Innerhalb dieses Programms können verschiedene Nationen bestimmte Güter zollfrei in die USA exportieren. Brasilien nutzte dieses Kontingent im Jahr 2004 mit Einfuhren in Höhe von 3,2 Mrd. Dollar. Gleichzeitig schätzt die amerikanische Wirtschaft, dass brasilianische Raubkopien und andere Piratenware im Jahr 2004 für Umsatzverluste in Höhe 932 Mio. Dollar verantwortlich waren.
Die International Intellectual Property Alliance (IIPA), die u.a. den Tonträgerverband RIAA, den Filmverband MPAA und die Business Software Alliance (BSA) zu ihren Mitgliedern zählt, hatte wiederholt gefordert, dass Brasilien Konsequenzen spüre müsse und empfahl die Streichung dieser Vergünstigung. Der Außenhandelsbeauftragte der US-Regierung begründete die Verlängerung der Schonfrist nun mit den Fortschritten, die Brasilien bislang im Kampf gegen die Piraten erzielt habe. Man sei jedoch mit den Ergebnissen noch nicht völlig zufrieden und erwarte, dass Brasilia bis zum Ende der Frist die Piratenjagd intensiviert.


