Im Alter von 76 Jahren ist der kalifornische Country-Sänger und Gitarrist Buck Owens an Herzversagen gestorben – nur wenige Stunden, nachdem er im Crystal Palace, seinem eigenen Club in Bakersfield, noch ein Konzert gegeben hatte.
Owens verbrachte seine Kindheit in Texas und Arizona. Erste Meriten als Musiker verdiente er sich als Teenager mit Auftritten als Sänger und Gitarrist in lokalen Radiosendungen und Clubs in der Umgebung von Phoenix, Arizona. Anfang der 50er-Jahre zog er nach Bakersfield, Kalifornien, wo er in den folgenden Jahren eine eigene Band gründete und sich als Sessiongitarrist für Capitol Records einen Namen machte mit Engagements für bekannte Musiker wie Tommy Collins, Faron Young, oder Wanda Jackson. Seinen ersten eigenen Hit hatte er 1958 mit „Second Fiddle“, einer Nummer 24 in den amerikanischen Country Charts. 1963 stand er dort mit „Act Naturally“ zum ersten Mal auf Platz eins. Das Stück wurde sogar von den Beatles gecovert und bildete den Auftakt zu einer Serie von 15 Nummer-eins-Singles in Folge, darunter „Love’s Gonna Live Here“, „I’ve Got A Tiger By the Tail“ und „How Long Will My Baby Be Gone“.
Owens begründete und popularisierte mit gleichgesinnten Künstlern wie Merle Haggard, Tommy Collins und Wynn Stewart den so genannten Bakersfield Sound – erdiger, elektrifizierter Honky Tonk mit Rock-Einflüssen, der im starken Kontrast zum damals gängigen Country-Pop aus Nashville stand und zur Blaupause der modernen Countrymusik wurde.
Mitte der Siebziger riss die Erfolgssträhne von Buck Owens als Musiker, er blieb jedoch populär als TV-Star mit seiner eigenen Country-Comedy-Show „Hee Haw“ die bis Mitte der 80er-Jahre lief. 1988 überredete ihn Dwight Yoakam, einer seiner Epigonen und Verehrer, zu einer gemeinsamen Aufnahme des Owens-Klassikers „Streets Of Bakersfield“. Mit dem Duett erreichte Owens erstmals seit 1972 wieder die Spitze der US-Country-Charts. In den letzten anderthalb Jahrezehnten war er aus gesundheitlichen Gründen nur noch sporadisch auf der Konzertbühne oder im Aufnahmestudio aktiv. 1993 musste er sich aufgrund einer Krebserkrankung einer Operation unterziehen, 1997 lag er mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Buck Owens, der 1996 in die Country Music Hall Of Fame aufgenommen wurde, hinterlässt drei Söhne.



