Musik

Bruckner reif und feurig: Günter Wand dirigiert die achte Sinfonie

Fast 70 Jahre steht er am Dirigentenpult, am 7. Januar 2002 wird er 90 Jahre alt. Günter Wand ist einer der ganz Großen unter den deutschen Dirigenten, doch die Veröffentlichungen bei RCA Red Seal/BMG Classics zeigen seit Jahren, dass der Künstler noch viel zu sagen hat – und das ganz besonders im Hinblick auf Bruckners Sinfonien.

Aktuell ist die Aufnahme der „Achten“ mit den Berliner Philharmonikern, die live im Januar 2001 in Berlin entstand (Bestellnummer: 21 82866-2). Wand äußert sich zu seiner Vorliebe für den Ro-mantiker aus Österreich: „Ich möchte verdeutlichen, dass Bruckner ein großer Sinfoniker ist und nicht nur der Komponist weihevoll-sakraler Stimmungen.“ Seinen lebendigen Zugang zu dessen Werken dokumentiert der 1912 in Elberfeld geborene Dirigent seit Jahren vor allem live – in Mitschnitten mit dem NDR-Sinfonieorchester oder den Berliner Philharmonikern.

Die Aufnahmen krönen die Laufbahn des publicity-scheuen Dirigenten, der entscheidend am nachkriegsdeutschen Musikleben mitgearbeitet hat: Von 1945 bis 1975 war Wand nach vorangegangenen Engagements in Wuppertal, Detmold und Salzburg Kölner Generaldirektor; 1982 übernahm er die Leitung des NDR-Orchesters, dessen Ehrendirigent auf Lebenszeit er heute ist. Die Veröffentlichung von Bruckners achter Sinfonie schließt eine Lücke: Günter Wand hat mit den „Berlinern“ bereits die Schwesternwerke Nr. 4, 5, 7 und 9 vorgelegt.