Musik

Bronfmans Sparpläne lassen Entlassungen erwarten

Edgar Bronfman jr., der künftige Chef bei Warner Music, will dem Konzern eine verschärfte Diät verordnen. Bis zu 300 Mio. Dollar sollen eingespart werden. Auch die Zusammenlegung einzelner Labels gilt nicht als ausgeschlossen.

Edgar Bronfman jr., der künftige Chef der Warner Music Group (WMG), will dem Konzern eine verschärfte Diät verordnen. Zwischen 200 und 300 Mio. Dollar sollen eingespart werden. Analysten halten das Sparpotenzial zwar für geringer, als die Synergieeffekte, die eine Fusion Warner/EMI erbracht hätte, doch der Druck auf den Musikmarkt wird das neue Management zu weiteren schmerzhaften Kostensenkungen zwingen: „Wir werden unsere Kosten wohl noch stärker zurückfahren, als das Roger Ames bislang schon getan hat“, sagte Bronfman mit Verweis auf den amtierenden CEO bei der WMG. Dieser wird künftig als Nummer zwei hinter Bronfman fungieren. Wie die Aufgabenverteilung zwischen den beiden geregelt wird, ist noch unklar. Ames‘ Vertrag läuft noch vier Jahre und er beabsichtigt, ihn zu erfüllen, lies er am Tag des Verkaufs wissen. Zudem meinte Ames: „Edgar ist der Boss, und ich werde viel vom Tagesgeschäft übernehmen.“ Weitere Personalien und Stellenstreichungen sollen erst im Laufe der nächsten Tage und Wochen entschieden werden. Auch die Zusammenlegung einzelner Labels gilt nicht als ausgeschlossen. So könnten beispielsweise die Repertoire-Divisionen Elektra und Atlantic verschmolzen werden. Bis es zu solch gravierenden Entscheidungen kommt, haben sich Time Warner und das Bronfman-Konsortium jedoch eine Transaktionsphase von 45 bis 60 Tagen verordnet. Bis Mitte Januar 2004 soll der Deal vollzogen sein. Spätestens dann will Edgar Bronfman auch geklärt haben, wie er mit seinem ruhenden Aufsichtsratsposten bei Vivendi Universal weiter verfahren will. Vivendi besitzt mit Universal Music den größten Mitbewerber für Warner Music. Laut eigener Aussage hat Bronfman das Thema bereits mit Vivendi-Chef Jean-René Fourtou erörtert und eine Lösung angekündigt. Bronfman hatte seinen Aufsichtsratsposten Anfang des Jahres vorübergehend geräumt, um ohne Interessenskonflikte als Bieter für Vivendi Universal Entertainment auftreten zu können. Nachdem er mit diesem Vorhaben scheiterte, widmete er sich ganz dem Projekt Warner Music.

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