In Großbritannien haben sich Pop und Politik auf eine Förderung der Musikexportbemühungen geeinigt. Die Londoner Regierung brachte dazu in Zusammenarbeit mit den Branchenverbänden BPI und AIM gleich eine ganze Reihe an Maßnahmen auf den Weg. Ziel ist vor allem eine stärkere Präsenz britischer Künstler auf dem US-Markt.
Als erstes sollen aktuelle Marktanalysen erstellt und interessierten Plattenfirmen zur Verfügung gestellt werden, außerdem soll eine gemeinsame Onlinepräsenz Höhepunkte des aktuellen britischen Musikgeschehens vorstellen. Im Rahmen eines ebenfalls abgesegneten Förderprogramms für Tourneen und Showcases britischer Acts in den USA sollen künftig Projekte wie die Teilnahme einer britischen Delegation mit rund 100 Firmen und 120 Künstlern rund um Morrissey, Goldfrapp oder KT Tunstall am SxSW-Festival im texanischen Austin unterstützt werden.
„Von den Beatles über David Bowie bis hin zu Coldplay zählte die britische Musikszene immer zur Weltspitze“, sagte Wirtschafts- und Handelsminister Alan Johnson am 2. März in London. „Leider haben wir es aber nicht in allen Fällen geschafft, aus unseren Talenten Kapital zu schlagen und die Künstler auf dem US-Markt durchzusetzen.“ Nun wolle er gemeinsam mit der Musikwirtschaft sicherstellen, dass britische Künstler ihre Fähigkeiten in den USA beweisen können.
Betreut werden die Projekte von den Exportförderern von UK Trade & Investment. Deren Jahresbudget für den Bereich Musik soll bei 500.000 Pfund oder umgerechnet knapp 730.000 Euro liegen. Mehr als die Hälfte dieser Summe fließt allerdings bereits in Messeauftritte wie in Cannes oder Berlin. Für die Tourneeunterstützung sollen aber immerhin noch 35.000 Pfund oder umgerechnet gut 50.000 Euro zur Verfügung stehen.
In der aktuellen Charts-Woche sorgte James Blunt für ein britisches Zwischenhoch in den USA: Er erreichte mit „You’re Beautiful“ als erster UK-Act seit gut acht Jahren die Spitze der US-Single-Charts. Zuletzt glückte das zuvor Elton John mit „Candle In The Wind“ im Jahr 1997.


