Musik

Britische Brennerstudie belegt Branchenprobleme

Die britische BPI befürchtet in ihrem neuen Piraterie-Bericht unter anderem, dass die Zahl der mit Musik bespielten CD-Rs im kommenden Jahr in Großbritannien erstmals die der offiziell verkauften CDs übertreffen wird.

Der britische Branchenverband BPI legte kürzlich seinen Piraterie-Bericht für das Jahr 2003 vor. Die Studie kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Zahl der mit Musik bespielten CD-Rs im kommenden Jahr in Großbritannien erstmals die der offiziell verkauften CDs übertreffen wird: Während die Verkäufe von CD-Alben im Königreich von 217 Mio. Exemplaren im Jahr 2000 bis 2002 geringfügig auf 226 Mio. stiegen, verdoppelte sich im selben Zeitraum die der mit Musik bespielten CD-Rs auf rund 180 Mio. Die Marktforscher von Understanding & Solutions, die im Auftrag der BPI an der Studie arbeiteten, rechnen für das laufende Jahr mit insgesamt 357 Mio. verkauften CD-Rs, von denen voraussichtlich 60 Prozent oder auch rund 204 Mio. Stück mit Musik bespielt werden dürften. Angesichts der Marktkrise dürfte diese Zahl laut BPI 2004 die der regulär verkauften CD-Alben übersteigen. Nach Angaben der BPI wuchsen zudem die Umsätze von Musikpiraten mit Counterfeits, unauthorisierten Compilations oder klassischen Bootlegs im vergangenen Jahr um 81 Prozent auf fast 50 Mio. Pfund. Im Laufe der vergangenen drei Jahre hat dieser Zweig seine Umsätze – etwa mit Produkten wie einer Doppel-CD, die für nur fünf Pfund sämtliche Beatles-Alben vom 1962er-Debüt „Please Please Me“ bis zur „Anthology“-Reihe im MP3-Format vereint – verdreifachen können. Laut BPI-Chairman Peter Jamieson initiierte die Anti-Piraterie-Abteilung des Verbands 125 Razzien gegen CD-Piraten und assisitierte in mehr als 500 weiteren Fällen.