Musik

Britische Branche will Interpretenschutz verlängern

Die Musikwirtschaft Großbritanniens spricht sich geschlossen für eine Ausdehnung der Schutzfristen für Interpreten aus. Am 21. April erhielt eine Expertenkommission der Regierung knapp 6200 Petitionen aus der Branche. Sie fordern, dass Musikaufnahmen künftig länger als 50 Jahre geschützt bleiben.

Die Musikwirtschaft Großbritanniens spricht sich geschlossen für eine Ausdehnung der Schutzfristen für Interpreten aus. Am 21. April erhielt eine Expertenkommission der britischen Regierung knapp 6200 Petitionen aus der Branche. Sie alle fordern, dass Musikaufnahmen künftig länger als 50 Jahre nach ihrer Veröffentlichung geschützt bleiben.

Unter den Gesuchen waren allein 4300 von Künstlern wie U2-Frontmann Bono, Cliff Richard, Acker Bilk, Tom Jones oder Bruce Welch. „Die Verlängerung der Schutzfristen ist für die UK-Branche der wichtigste Punkt unserer Stellungnahme für die Gowers-Kommission“, erklärte Matt Phillips für den Verband BPI. Das so genannte Gowers-Gremium wurde im Dezember 2005 als unabhängige Kommission von Schatzkanzler Gordon Brown damit beauftragt, das britische Urheberrecht unter die Lupe zu nehmen.

Unter der Leitung des ehemaligen „Financial Times“-Chefredakteurs Andrew Gowers soll die Kommission herausarbeiten, an welchen Stellen die bestehende Rechtslage modernisiert werden könnte, um sie den Anforderungen des digitalen Zeitalters anzupassen. Ein Bericht wird gegen Ende des Jahres erwartet. Die britische Verwertungsgesellschaft PPL schätzt, dass allein in den kommenden zehn Jahren mehr als 7000 Interpreten tatenlos zusehen müssten, wie ihre Aufnahmen für die Allgemeinheit frei werden. Während die Werke der Autoren und Komponisten auch 70 Jahre nach ihrem Tod noch geschützt sind, müssten viele Interpreten dieser Songs um ihre Rente bangen, so die Branche.

Mit den Petitionen will die Musikwirtschaft jedoch nicht nur in Großbritannien für Gesetzesänderungen sorgen, laut Richard Constant, Chefsyndikus bei Universal Music International, geht es um eine einheitliche Regelung in der gesamten EU. Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy habe diesbezüglich bereits ein offenes Ohr signalisiert.

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