Noch vor fünf Jahren prophezeiten Branchen-Insider in England den CD-Maxis ein klägliches Ende als aussterbendes Format. 1992 erhielt nämlich nur eine einzige Single das begehrte Edelmetall. Doch seitdem geht es unaufhaltsam aufwärts für die preiswertere Tonträgervariante: Bereits 1996 wies der Jahresabschlußbericht der British Phonographic Industry (BPI) 16 Platinauszeichnungen aus. Im vergangenen Jahr waren es dann nochmal zwei Titel mehr. In Großbritannien liegt die Schwelle für Platin bei 600.000 verkauften Einheiten, und gleich vier Singles konnten diese Grenze um ein Mehrfaches überschreiten: Neunmal Edelmetall erzielte „Candle In The Wind 1997“ von Elton John, der erst vor kurzem von Königin Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben wurde und sich nun Sir Elton John nennen darf. Doppelplatin ging an Aqua für „Barbie Girl“, Puff Daddy & Faith Evans feat. 112 für „I’ll Be Missing You“ und „Teletubbies Say Eh-Oh“, den Hit aus der englischen Kinderfernsehserie „Teletubbies“. Anders als bei den Singles erwartet die Branche bei den Albumverkäufen nur vergleichsweise geringe Zuwächse, und Paul Conroy, President von Virgin UK, räumte deshalb bereits ein: „Die britische Musikindustrie ist bei den Single-Verkäufen inzwischen zwar sehr erfolgreich, doch bei den Alben müssen wir uns noch verbessern.“
Briten kaufen mehr Singles
Mit über zehn Millionen verkauften Singles ging für die britische Musikindustrie ein Rekordjahr zu Ende. 18 Tonträger, mehr als je zuvor, erreichten 1997 Platinstatus und untermauerten damit die anhaltende Renaissance der Single. Die Longplayer schneiden indes relativ schwach ab.


