Musik

Branche kritisiert unzureichende Maßnahmen gegen Piraterie in Malaysia

Die malaysische Regierung muss sich den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig gegen die Piraterie im Lande zu unternehmen. Eine Analyse in den Laboren der IFPI in London belegte, dass nach wie vor ein großer Teil der Raubkopien aus Malaysia stammt.

Die malaysische Regierung muss sich den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig gegen die Piraterie im Lande zu unternehmen. Eine Analyse in den Laboren der IFPI in London belegte, dass nach wie vor ein Großteil der Raubkopien aus Malaysia stammt. Von den insgesamt 44 Presswerken, die eine Lizenz im Land besäßen, hätte zwölf Fabriken nachweislich Raubkopien ins Ausland geliefert, meldet die „BBC“. Diese unter Verdacht stehenden Presswerke seien weiterhin aktiv, obwohl die Regierung mehrere Beschwerden erhalten habe. Lediglich die illegalen Werke, die keine Lizenz besitzen, seien inzwischen geschlossen.

Eine Sprecherin des einheimischen Branchenverbands Recording Industry Association of Malaysia (Rim) erklärte, dass die Regierung direkt über die Untersuchungsergebnisse informiert worden sei. „Wir sind in Sorge, da die betroffenen Presswerke trotz unserer Beschwerden weiterhin aktiv sind und wir nicht wissen, wie die Regierung dagegen vorgeht“, sagte Tan Ngiap Foo, Executive Officer der Rim gegenüber der Nachrichtenagentur „AFP“. Sein Verband begrüße allerdings die Razzien, die in diesem Jahr in sieben Presswerken durchgeführt wurden, die ohne Lizenz arbeiteten.

Malaysia steht in dem Ruf, einer der größten Exporteure von raubkopierten Tonträgern zu sein. Dort hergestellte illegale Produkte waren bislang u.a. in Europa, Asien, Lateinamerika und jüngst auch in Südafrika aufgetaucht. Schätzungen der Industrie und der US-Regierung zufolge können die Fabriken im Land rund neun Mio. CDs pro Tag herstellen. Dies sei zehnmal mehr als der tatsächliche Bedarf für den heimischen Markt.