Musik

Bono von Berlusconi missbraucht

Die Angelegenheit wird offen ausgetragen.

In Italien geht der Wahlkampf in die letzte Runde, kommendes Wochenende entscheidet sich, ob Silvio Berlusconis Amtszeit verlängert wird. Umfragen zufolge liegt er derzeit hinter seinem Konkurrenten Romano Prodi. In dieser heißen Phase dürfte es dem Premierminister also wenig gefallen, dass sich U2-Sänger Bono in aller Öffentlichkeit zu Wort meldet.

Der irische Star war nämlich ein wenig irritiert, als er in einer Wahlkampfbroschüre des italienischen Medienmoguls sein Konterfei erblickte. Also wandte sich Bono in einem offenen Brief im „Corriere della Sera“, der größten italienischen Tageszeitung, an den Politiker: „Herr Berlusconi, ich könnte mich geschmeichelt fühlen“, hieß es auf der Titelseite der Sonntagsausgabe, „aber ich fühle mich auch ein wenig ausgebeutet.“

Klartext

„Auf Seite 79 bin ich auf einem Foto am Telefon zu sehen mit der Erläuterung, dass ich Ihnen gerade für ihre Leistungen bei der Hilfe für die ärmsten Länder dieser Welt gratuliere“, erläutert Bono die Situation. „Tragischerweise ist Italien aber unter Ihrer Regierung auf den letzten Platz der 22 reichsten Länder der Welt abgerutscht, wenn es um Hilfe für die Dritte Welt geht.“ Und weiter: „Das ist nicht das Italien, das ich liebe. Die Italiener sind das großzügigste Volk, das ich kennen gelernt habe.“

Weiter fordert Bono den mächtigsten Mann Italiens dazu auf, die Hilfszahlungen für Afrika bis 2010 zu verdoppeln – so, wie er es in Gleneagles versprochen hatte. Bono: „Wenn ihr Versprechen wahr ist und man sich auf ihr Wort verlassen soll, dann möchte die Welt auch wissen, wie Italien dieses Ziel durchsetzen will.“