Musik

Bönisch holt Beach Boy und Funk Brothers nach Deutschland

Musiker wie Brian Wilson oder die unter dem Bandnamen Funk Brothers versammelten Studioasse des Motown-Soul gehören zu den Legenden der Popgeschichte. Veranstalter Klaus Bönisch weiß jedoch, dass dies allein noch keine Hallen füllt.

So war es die Idee von Bönisch, Geschäftsführer der Konzert- und Künstleragentur KBK, die Tour der Funk Brothers mit Steve Winwood Anfang Februar mit dem nationalen Aufsteiger Stefan Gwildis als Gastsänger aufzuwerten. „Vor allem in dessen Heimatregion Norddeutschland hat sich das posi-tiv auf den Ticketverkauf ausgewirkt“, so Bönisch. Zudem mache sich der allmähliche Erfolg des mit einem Grammy aus-gezeichneten Soundtracks „Standing In The Shadows Of Motown“ bemerkbar. Der Film, der das Leben der stil-prägenden Studiomusiker des Motown-Sounds der 60er-Jahre schildert, war jedoch in Deutschland im Hitzesommer 2003 ins Kino gekommen und erreichte so nur knapp 30.000 Zuschauer. „In Amerika war die Tour sehr erfolgreich, die Konzerte in England und Holland sind ausverkauft, aber in Deutschland ist,Funk Brothers‘ als Marke noch nicht so bekannt.“ Dabei finde die Tour in Presse und Hörfunk starke Beachtung.

Dies gilt auch für das einzige Deutschlandkonzert des ehemaligen Beach-Boys-Kopfes Brian Wilson am 10. März in der Frankfurter Alten Oper. Er führt dort das mythenumrankte, als Nachfolger für das Album „Pet Sounds“ geplante Werk „Smile“ komplett auf. „Schon als wir 2002 Wilson erstmals als Solokünstler nach Deutschland holten, war das Presse-Echo enorm. So etwas hatte ich zuvor nur bei der Welttournee von Paul McCartney für Mama Concerts 1994 erlebt“, sagt Bönisch.

Vom aktuellen Vorverkauf ist er indes enttäuscht: „Auch wenn die Musikinsider Brian Wilson als eines der großen Pop-Genies des 20. Jahrhunderts verehren, identifiziert das große Publikum seinen Namen nicht mit den Beach Boys und geht lieber auf die Oldie-Konzerte seiner alten Band, obwohl dort bis auf Mike Love kein Originalmitglied mehr dabei ist.“ Dabei garantiere Brian Wilson musikalischen Hochgenuss: „Bei der letzten Tour hat er zwei Stunden und 20 Minuten gespielt und sein Pub-likum restlos begeistert.“ Für den Sommer hat Bönisch die Option, den Komponisten von Pop-Standards wie „Good Vib-rations“ erneut zu holen. Das sei jedoch schwierig: „Kommerziell gesehen kann ich den örtlichen Veranstaltern keine Erfolgsgeschichte vorlegen.“