“Rockmusik muss neue mediale Wege finden, da traditionelle Medien wie TV und Radio für diese Art von Musik immer weniger in Frage kommen“, erklärt Gralla im Gespräch mit musikwoche.de. Trotz massivem und umfangreichem Einsatz für Newcomer in diesem Musiksegment sei es oft schwierig, Erfolge zu erzielen. Gralla hat vor kurzem die Formation Underwater Circus unter Vertrag genommen. Ein Weg vorbei an den traditionellen Medien ist für den Musikmanager umfangreiches Touring. „Bands müssen an jeder Steckdose und Milchkanne spielen“, skizziert er den Weg, den auch die Guano Apes jahrelang gingen. Dennoch ist Gralla hoffnungsvoll, was beispielsweise die Chancen von Underwater Circus angeht: „Das Album, das im März bei Pirate erscheint, ist extrem vielversprechend.“
Während sich Gralla verstärkt um Nachwuchsbands kümmert, steht die Zeit für seine etablierten Acts nicht still: Neue Veröffentlichungen wie eine Single und ein Album von den Guano Apes und ein Album von Him stehen an, Tourneen sind in Vorbereitung. Neben dem Management von Bands steht die Agentur auf einem zweiten Bein: Seit drei Jahren ist Contra Promotion auch als örtlicher Veranstalter in Nordrheinwestfalen aktiv. Mittlerweile nimmt dieses Segment rund ein Viertel des Umsatzes der Agentur ein, bis zum Ende des Jahres will Contra 70 Konzerte veranstaltet haben. Der Behauptung, dass mit dem örtlichen Durchführen von Konzerten kein Geld verdient werden kann, widerspricht Gralla: „Wir rechnen mit dem spitzen Bleistift, mit einem effizienten Kostenmanagement sind immer noch Gewinne möglich.“ Björn Gralla kann sich eine weitere Expansion dieses Bereichs vorstellen und will im kommenden Jahr das Team um einen weiteren Promoter verstärken. Drittes Standbein der Agentur ist das europaweite Booking unter anderem für Bands wie Guano Apes, Him, Nightwish und Oomph!.


