Dank „Sunny“ scheint für den in Nashville geborenen Sänger und Songwriter seit 1966 die Sonne. Damals erreichte der Titel Platz zwei der amerikanischen Charts, und in den darauf folgenden 35 Jahren ging „Sunny“ eigentlich nie richtig unter: So listet die amerikanische Urheberrechtsgesellschaft BMI „Sunny“ mit mehr als fünf Millionen Airplays auf Platz 25 der erfolgreichsten Songs aller Zeiten; die Zahl der Kollegen, die Hebbs Glanzstück aufnahmen, liegt bei weit über 400. „Ich habe aufgehört, die ganzen Versionen zu zählen“ erklärt Bobby Hebb im Interview mit musikwoche.de. „Es freut mich, dass dieser Song so viele verschiedene Künstler auf so unterschiedliche Weise inspiriert hat.“ Die Qual der Wahl hatte deshalb Trocadero Records in Ratingen in Kooperation mit Roof Music bei der Zusammenstellung „A Collection Of Various Interpretations Of Sunny“.
Deren erster Teil erschien im August 2000 und enthielt neben Hebbs Originalaufnahme 15 weitere Versionen des Songs aus den Jahren 1966 bis 1969, unter anderem von Cher, Dusty Springfield, Nancy Wilson, Georgie Fame und Wilson Pickett. Kommentar des Komponisten damals: „Was für eine angenehme Überraschung.“ Nun folgt „Part 2“ mit weiteren 17 Variationen des sonnigen Themas (Bestellnummer 1281-2, Vertrieb: Indigo). Unter den Künstlern, die hier Hebbs Evergreen Tribut zollen, finden sich Jazzer wie Ella Fitzgerald, Les McCann und Paul Kuhn ebenso wie Shirley Bassey und James Brown, Gruppen wie die Walker Brothers oder Gary Lewis & The Playboys ebenso wie der Exot Leonard Nimoy (Mr. Spock). Rüdiger Ladwig von Trocadero/Roof, der unermüdlich das „Sunny“-Universum erforschte, holt Bobby Hebb und seine Band nun sogar für einige Konzerte Anfang Juni nach Deutschland; bis Ende Mai finden zudem noch deutschlandweit diverse „Sunny“-Parties statt.
Hebb, der in der Umgebung von Boston lebt, freut sich im Gespräch mit musikwoche.de schon auf seine europäische Live-Premiere: „Es ist schön, nach so langer Zeit endlich auch in Europa live zu spielen. Für mich ist es noch immer eine besondere Herausforderung, diesen Song den Menschen näherzubringen. Obwohl ich ihn bereits einige tausend Mal gespielt habe, klingt er jedesmal ein wenig anders.“


