Musik

BMG zeigt österreichische Kulturgeschichte

Für BMG Ariola Media bannte die Wiener Produktionsfirma DoRo das nicht nur in Österreich beliebte „Watzmann“-Musical auf DVD. Dabei widmet sich die Disc auch der Geschichte des Stücks, das allein 1991 200.000 Zuschauer anlockte.

“Ich glaube, dass gut gemachtes Kasperltheater reicht“, sinniert „Watzmann“-Erfinder M.O. Tauchen über den anhaltenden Erfolg des 1972 entstandenen Stückes. „Gerade in Zeiten wie diesen ist die Sehnsucht nach dem reinen Lachen und nach dem Nonsense an sich besonders stark“, erklärt der Österreicher. Zusammen mit Wolfgang Ambros, der die Musik für das Rockmusical komponierte, und Tauchens langjährigem Partner, Josie Prokopetz, der die Texte schrieb, hat Tauchen das sogenannte „Rustikal“, eine Mischung aus Musical und rustikalem Bauernstück, all die Jahre begleitet – von der Schallplattenversion, über die erste TV-Ausstrahlung und die verschiedenen Live-Aufführungen und Tourneen in den 80er- und 90er-Jahren. Diese Entwicklung des Stücks, das in aberwitzigen Szenen das Ringen einiger Bergbauern um die Besteigung des Watzmannes ins Groteske überzeichnet, dokumentiert die DVD „Watzmann – live“ (Best.-Nr. 74321 9687 19).

Im Mittelpunkt der DVD, die BMG Ariola Media am 21. Oktober veröffentlichte, steht die im Münchner Zirkus Krone ungekürzt aufgezeichnete, zweistündige Live-Version aus dem Jahr 1991. Für Regie und Produktion zeichneten die Filmemacher Rudi Dolezal und Hannes Rossacher von DoRo verantwortlich, die jüngst für BMG Ariola Media die Dokumentation über Wolfgang Ambros, „Hoffnungslos selbstbewusst – Der Film über sein Leben“ produziert hatten. Mit besonderer Sorgfalt, aber auch Humor und einer lebendigen Schnittfolge haben die beiden DoRo-Macher den einstündigen Dokumentarteil auf der „Watzmann“-DVD erstellt, der versucht, den Kult um das Stück zu erklären. So meint Tauchen: „Ein Teil des Erfolges kommt von der Legende, die sich um das Stück gewoben hat. Die muss wohl die Magie ausmachen.“ Wolfgang Ambros ergänzt: „Die Musik spielt sicherlich eine Rolle, aber das Wesentliche ist, dass die Leute hier zwei Stunden lang ablachen können.“