Musik

BMG Modul beschreitet andere Marketing-Wege: Modularer Indie im Bertelsmann-Bauch

Neben Dance bildet vor allem HipHop einen Schwerpunkt bei der Arbeit von BMG Modul. Dabei geht das sechsköpfige Team wie ein Indie-Label vor und nutzt beim Marketing alternative Strategien mit Markenartiklern.

“Modul arbeitet in vielerlei Hinsicht wie ein Indie im Major“, erläutert Florian Lormes, Head of Modul, einer Abteilung im Hause BMG Ariola Media. Bei der Vermarktung der Dance- und HipHop-Themen, die Modul als seine „Standbeine“ betrachtet, nutzt das Team in der Regel nicht die BMG-Promotion-Struktur, sondern sucht sich nach den Ansprüchen und Bedürfnissen des jeweiligen Künstlers externe Agenturen, die das Projekt unterstützen sollen.

„Unsere Themen bedürfen sehr spezieller Promotion-Tools wie Verteilerpools und Kontakte zu Medienpartnern, um unsere Künstler optimal nach vorn zu bringen. Unsere externen Partner bieten genau dies“, begründet Lormes die Modul-Strategie. Für jeden Künstler wird so das ideale „Promotion-Paket“, bestehend aus den für den Künstler geeigneten Agenturen geschnürt.

Eine weitere Besonderheit besteht darin, sich des öfteren externer A&R-Ressourcen zu bedienen: „In der Regel arbeiten wir in diesen Fällen mit befreundeten, kleineren Indie-Labels, um einen konstanten Repertoire-Flow von hoher Qualität zu gewährleisten.“ Dieses Level will Lormes auch im Umgang mit den Künstlern erreichen: „Modul-Künstler bekommen ihr Marketing nicht einfach vordiktiert, sondern sollen mitgestalten. Sie haben also ein großes Mitspracherecht bei Promotion und Marketing. Modul ist die Künstleragentur, die sich sehr stark nach den Wünschen und Vorstellungen der Künstler richtet.“

Dies gilt auch für den Musiker Germ, der mit seinen ersten deutschsprachigen Veröffentlichungen von Juni bis September auf dem Singles-Markt auf sich aufmerksam machen will, das Album „Bewusstsein“ folgt im Oktober. Hierfür sieht die Kampagne eine Print-Kooperation mit dem Magazin „Juice“ vor, wo neben den Zeitschrifen „MK 2“, „Backspin“ und „Wicked“ auch Anzeigen erscheinen werden.

Im November folgt das zweite Album von DJ Tomekk, Ende des Jahres die Debüt-CD der Berlinerin Lisi, großer Schwerpunkt in der zweiten Jahreshälfte wird indes ein Projekt mit Wu-Tang-Mastermind RZA, der im April durch Europa reiste und unter anderem Tracks mit Xavier Naidoo, Afrob sowie weiteren Künstlern aus Schweden, Frankreich, England und Italien aufnahm. Bei der Vermarktung dieser Themen setzt Modul auf diverse Markenartikler und kooperiert mit diesen. „Die Firmen profitieren dann von einer eigenen Brand-Kommunikation und einem Image-Transfer“, sagt Lormes.

Auch auf der Mitarbeiterebene bemüht sich die Abteilung um eigene Wege. So hält Modul alle Teammitglieder an, in den beiden Schwerpunktbereichen HipHop und Dance Erfahrungen zu sammeln und vom Wissen der Kollegen zu profitieren. So arbeiten fast alle Moduler mindestens an einem Dance- und einem HipHop-Thema parallel, um sich neues Wissen anzueignen, das sie dann gezielt von einem Genre auf das andere übertragen sollen.