Musik

BMG Ariola München

Musik aus dem Herzen

“Der Markt ist in den letzten Jahren auch im Volksmusik-Bereich rückläufig“, erklärt Elisabeth Angerer, Leiterin A&R/Marketing Schlager/Volksmusik/Comedy bei BMG Ariola München. Denn das Problem der Internetpiraterie betrifft, so Angerer, auch den volkstümlichen Bereich: „Die neuesten Titel sind auch in diesem Segment kurz nach Veröffentlichung auf den gängigen Tauschbörsen zu finden. Beinahe alle unserer Künstler sind heute unter ihrer eigenen Homepage im Netz zu finden und erfreuen sich hoher Besucherzahlen. Es ist also falsch, die Augen vor dieser Gefahr zu schließen.“ Damit widerlegt die Volksmusikexpertin den häufig formulierten Vorwurf, dass Volksmusik den Anschluss an die Moderne verloren habe, auch wenn Angerer die Geschichte nicht aus den Augen verliert: „Volksmusik ist Musik aus dem Volk, Musik für das Volk, Musik, die aus dem Herzen spricht, Musik die Heimatverbundenheit und Tradition widerspiegelt“, erläutert sie und ergänzt: „Im Allgemeinen wird heute unter Volksmusik die traditionelle Musik verstanden, die oft auch in Mundart interpretiert wird, und so meist nur regional stattfindet. In unserer überregionalen Medienlandschaft gibt es leider immer weniger Platz für diese Art von Musik.“

Die Entwicklung zur volkstümlichen Musik macht Angerer vor allem am Erfolg der Gruppe Das Original Naabtalduo fest: „Mit dieser Gruppe haben wir die Regionalität überwunden und die Musik einer breiten, interessierten Masse zugänglich gemacht. Damit war der Erfolg nicht mehr aufzuhalten.“ Um die Vermarktung von Volksmusik wie auch volkstümlicher Musik kümmert sich bei BMG Ariola München die Abteilung A&R Marketing National Volksmusik/Schlager/Comedy. Unter Angerers Leitung betreuen hier drei Produktmanager und zwei Teamassistentinnen die deutschsprachigen Künstler der Firma aus diesem Segment. Dazu zählen auch Gruppen wie Geschwister Hofmann oder Die Schäfer, die Angerer dem volkstümlichen Schlager zurechnet: „Die Grenzen in den Bereichen Deutscher Schlager und volkstümliche Musik sind fließender geworden.“

Um die Zukunft des Genres macht sich Angerer trotz der Marktentwicklungen keine Sorgen: „Der künstlerische Nachwuchs ist kein Thema. Lediglich die von Jahr zu Jahr kleiner werdende Anzahl an Plattformen in Presse, Funk und TV, um neue volkstümliche Künstler vorzustellen und zu vermarkten, behindert uns zunehmend.“ Denn nach wie vor ist ein „möglichst komplettes TV-Umfeld für jeden Künstler wichtig. Dies ist der schnellste Weg, um neue Produkte bekannt zu machen. Wir würden jedoch Presse, Funk und Online nicht gerecht werden, wenn wir diese Medien in den Hintergrund stellten. Wir vertreten die Meinung, dass lediglich eine korrekt terminierte Kampagne, die neben TV-Sendungen alle nötigen Promotion- und Marketing-Möglichkeiten beinhaltet, zum Erfolg führt.“