“Mit dem Slogan,Du kannst den Film nicht sehen, aber du kannst ihn spüren“ wollen wir den Soundtrack vermarkten, auch wenn der Film gar nicht läuft“, erklärt Daniel Pieper, Senior Product Manager Crossover bei Universal Classics & Jazz. Hier erscheint auf dem Label Decca am 29. April der Soundtrack des umstrittenen neuen Films von Regisseur Ridley Scott, „Black Hawk Down“, der den US-Militäreinsatz in Somalia von 1993 thematisiert.
Die Musik, die westliche Beats mit arabischen und afrikanischen Klängen verbindet, stammt von Hans Zimmer, der vertraglich exklusiv an Decca gebunden ist. Zimmer war auch in die Promotion-Aktivitäten involviert und gab allein während der Berlinale über 50 Interviews. Zudem bewirbt eine Kampagne die Veröffentlichung: Print-Anzeigen in Filmmagazinen, Kino-Spots, Rezensionen in den Musikzeitschriften und Gewinnaktionen weisen auf die CD hin. Damit strebt Pieper rund 30.000 verkaufte Einheiten an – eine Zahl, die Universal Classics & Jazz mit dem ebenfalls von Zimmer komponierten Soundtrack zu „Hannibal“ erreichte, während seine „Gladiator“-Vertonung gar 150.000 Einheiten absetzte und beständig weiterverkauft.
„Das ist der große Vorteil von Score-Soundtracks gegenüber kompilierten Soundtracks mit Songs“, meint Pieper. „Sie sind eigenständige Werke mit einer langen Vermarktungsdauer, während Songs-Soundtracks meist Schnelldreher sind.“ Statistisch kaufen zwischen einem und zehn Prozent der Kinobesucher Score-Soundtracks. „Ein Instrumental-Score funktioniert, wenn eine Filmmusik ein markantes Thema hat und die Zuschauer emotional berührt.“ In Deutschland steht die Produktion von Scores jedoch hinter den kompilierten Soundtracks zurück.
Das Problem liegt nicht nur bei der Industrie, sondern auch bei den Filmproduktionen, bei denen „die Regisseure gern ihre Lieblingsstücke von den Rolling Stones unterbringen würden. Und wenn das nicht klappt, werden irgendwelche B-Künstler in den Film gedrückt.“ Dagegen fordert Pieper eine A&R-Begleitung eines Films seitens der Plattenfirmen wie in Amerika üblich, wo eine Soundtrack-Koordinatorin von Universal an höchster Stelle sitze, während in Deutschland vorrangig einige externe Consultants tätig seien.



