Musik

Biohazard: Unbeugsame Gesellen

Die Rap-Metal-Veteranen Biohazard fanden nach einer zehnjährigen Label-Odyssee mit „Uncivilization“ (Steamhammer/SPV, Best.-Nr.: 72392) bei der Hannoveraner Firma SPV eine neue künstlerische Heimat.

Pioniere werden für ihre bahnbrechenden Taten nicht immer belohnt, das zeigt das Beispiel Biohazard. Die Band aus Brooklyn kombinierte schon Anfang der 90er Jahre Metal, Hardcore und Rap. Es dauerte noch Jahre bis krachende Crossover-Klänge ein Massenpublikum faszinierten, Plattenverkäufe wie von Limp Bizkit oder Rage Against The Machine konnten die New Yorker damit jedoch nie verzeichnen. Sicher lag das Ausbleiben des massenhaften Erfolgs auch an der Weigerung des Quartetts, sich anzupassen.

„Aufgeben oder Kompromisse eingehen? Ausgeschlossen!“, entfährt es Schlagzeuger Danny Schuler. „Wir lieben, was wir machen. Lieber treten wir finanziell kürzer.“ Die Band ist zufrieden mit ihrem neuen Partner SPV. „Wir sind noch nie so gut behandelt worden“, lobt Gitarrist Billy Grazadei. Wieder haben sie eine Reihe von Gästen zu den Sessions eingeladen, Charakterköpfe wie Phil Anselmo (Pantera), Pete Steele (Type O Negative) und Sen Dog (Cypress Hill) sowie einige Mitglieder von Slipknot erheben ihre Stimmen.

Für SPV ist Biohazard absoluter Promotionschwerpunkt, was sich auch in einer ausgedehnten Anzeigenkampagne in einschlägigen Musikmagazinen niederschlägt. Schon die Compilation-CDs der Septemberausgaben von „Visions“ und „Warschauer“ enthielten einen Biohazard-Song. Auf verschiedenen Festivals verteilten Streetteams Flyer und Snippet-Tapes. Neben Instore Deko-Aktionen sollen zusätzlich Kooperationen mit zahlreichen Handelsketten den Verkauf ankurbeln. Als Krönung sollen Biohazard im Herbst auf der Tattoo-The-Planet-Tour fünf Konzerte in Deutschland spielen.