“Ich wollte meinem Sohn Stephen später zeigen können, dass sein Vater ein paar Jahre in einer Popband gespielt hat“, so Bill Wyman im Gespräch mit musikwoche.de. Gefragt nach seinem Lieblings-Stones-Song, antwortet er „Paint It Black“, sein Lieblingsalbum ist „Beggars Banquet“. Bill Wyman ist immer noch Fan seiner früheren Band, aber ein kritischer, der als stärkste Phase die Jahre 1969 bis 1972 sieht. Nach seinem Ausstieg 1993 widmete er sich seinen drei Töchtern, seiner Gruppe Rhythm Kings und seinem Londoner Restaurant „Sticky Fingers“. Ihren ersten Gig spielten die Rolling Stones am 12. Juli 1962 im Londoner „Marquee“-Club noch ohne Wyman. Der Bassist debütierte am 14. Dezember des gleichen Jahres. Von Anfang an archivierte er akribisch Zeitungsartikel, Fotos, Briefe (unter anderem von Brian Jones), Konzerttickets, Quittungen, Statements von Musikerkollegen, Journalisten und Fans. Ferner führte er ab 1964 Tagebuch. Wyman betrachtet die Stones übrigens durchgängig als Sextett, Pianist Ian Stewart behandelt er als vollwertiges Mitglied.
Verblüfft stellt der Leser fest, wie viel die Stones in den frühen Sechzigern arbeiteten, „meist hatten wir vier Termine am Tag, davon zwei Konzerte“, berichtet Wyman. Heraus kam das typische Buch eines Sammlers, vollgestopft mit Material, ein komplettes Register inklusive –
Zum Buch
Bill Wyman mit Richard Havers: Bill Wyman’s Rolling Stones Story Dorling Kindersley ISBN 3-8310-0391-2 512 Seiten 49,90 Euro
da bleibt die Übersichtlichkeit schon mal auf der Strecke. Wenn es um Fachbegriffe aus dem Musikgeschäft geht, gerät die Übersetzung manchmal etwas unbeholfen, dennoch ist das wuchtige Kompendium eine wahre Fundgrube für Stones-Kenner und -Fans. Insider Wyman mag zwar Skandale und private Dramen kürzer abhandeln als die Erfolge, trotzdem bleibt dieser persönliche Blick eines Mitglieds auf die älteste Rock’n’Roll-Band der Welt ein echtes Lese-Abenteuer.
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