Fotografische Impressionen aus Amsterdam finden Sie in unserer .
„Unsere Aufbauarbeit und der gute Service vor Ort zahlt sich aus“, resümmiert Pieter van Adrichem, zuständig für Presse und PR beim ADE, im Gespräch mit musikwoche.de. „Wir sind sehr zufrieden. Bei den Besucherzahlen konnten wir trotz der allgemeinen Krise in der Branche deutlich zulegen“, kommentiert van Adrichem. Allein aus Deutschland reisten dieses Jahr 70 Firmen an, die gegenüber musikwoche.de die positive Beurteilung des Holländers teilen.
Sascha Ritter, Vice Director A&R bei BMG Ariola München, lobte „die lockere, angenehme Atmosphäre. Ich konnte viele gute Gespräche führen.“ Markus Wenzel, Geschäftsführer bei Superstar Recordings, ist seit dem ersten Mal dabei und findet das ADE „super! Man trifft alle, die man treffen will. Schwachpunkt des ADE war jedoch schon immer das Abendprogramm in den Clubs. 80 Prozent der DJs kenne ich nicht.“
Bezahlt gemacht hat sich die Dance-Messe für Andreas Schneider, Managing Director von Dos Or Die: „Das ADE ist für das Geschäftliche zwar nicht so wichtig wie die Midem, aber wir haben drei Tracks verdealt und damit unsere Reisekosten schon wieder hereingeholt. Unabhängig davon ist das ADE eine wirklich schöne Veranstaltung, bei der man sich und seinen Geschäftspartnern sagen kann: Schon wieder ein Jahr geschafft.“
Neben der geschäftlichen Seite, für die zwei große Tagungsräume zur Verfügung standen, lockten auch die Demo-Listening-Sessions und Diskussionsrunden viele Zuhörer an. „Auch unsere Panels waren dieses Jahr besser“, glaubt van Adrichem, der mit Tom Silvermann, dem Geschäftsführer von Tommy Boy, Mute-Chef Daniel Miller, Chic-Gitarrist Nile Rodgers, dem britischen Musikjournalisten Kodwo Eshun sowie den DJs Jeff Mills und Juan Atkins hochkarätige Teilnehmer in die Niederlande geholt hatte.
Vor allem die Keynote-Speech von Silverman, in der er die Major-Firmen mit gewaltigen Eichen verglich, die ohne das Unterholz – die Indie-Firmen – vor dem Absterben stünden, sorgte für Aufsehen. In den USA würden lediglich Jive und Universal Profite erzielen, während die „economics of fear“ – bedingt durch den 11. September und die allgemeine Marktentwicklung – alles lähmten.
Hier müsse die Dance-Industrie mit nur geringen Marketing-Kosten für Radio oder Videos ihre Chance nutzen. Gerade in dem Genre sei es möglich, mit risikoreichen und innovativen Produktionen Erfolge jenseits des Sicherheitsdenken zu erzielen. Schließlich sei diese Szene „driven by passion for music, and not for profit“, so Silverman.


