In seiner Keynote rief IFPI-Chairman Jay Berman die Musikbranche auf, den Kampf gegen die Piraterie nicht verloren zu geben: „Ich glaube nicht, dass Piraterie und illegale Internetangebote die Musikindustrie zerstören werden. Unsere Aufgabe muss es vielmehr sein, die Möglichkeiten des Internets zu nutzen und gleichzeitig das Filesharing zu stoppen.“ Die Nachfrage nach Musik und vor allem nach lokalen Acts in Europa zeige, dass die Probleme der Branche nicht in der Musik begründet sind. Studien hätten zudem gezeigt, dass Nutzer bereit sind, für legale Online-Angebote zu zahlen. Deshalb forderte Berman die Branche auf, diese endlich zu schaffen. Laut Berman befindet sich die Branche derzeit allerdings in ihrem bislang größten Umbruch: Durch den technologischen Fortschritt seien die Kunden zum ersten Mal in der Lage, den Weg zu bestimmen, auf dem sie Musik konsumieren wollen. Deshalb sei es so wichtig, das traditionelle Tonträgergeschaeft zu erhalten, damit es das Investitionskapital erwirtschaften kann, das zur Schaffung neuer Erlösmodelle benötigt wird. Einer der Kernpunkte in dieser Frage sei laut Berman die zügige Fortsetzung des ins Stocken geratenen Ratifizierungsprozesses der EU-Urheberrechtsnovelle. Es könne nicht angehen, dass die auf EU-Ebene hart erkämpften Kompromisse nun auf nationaler Ebene wieder in Frage gestellt und womöglich verwässert werden: „We need to win this fight. We need to get it right.“ Gleichzeitig betonte Berman die Gefahren der traditionellen Tonträgerpiraterie: Die IFPI habe allein im Jahr 2002 rund 35 Millionen illegale CD-Kopien beschlagnahmt. Das seien etwa doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Gleichzeitig wurden laut Berman 59 Produktionsstätten geschlossen, deren Kapazität zusammen ausgereicht hätte, den gesamten französischen Markt zu bedienen.
Berman will Piraten an den Kragen
In seiner Keynote zur 37. Midem rief IFPI-Chairman Jay Berman die Musikbranche auf, den Kampf gegen die Piraterie nicht verloren zu geben. Zudem mahnte er legale Lösungen für den digitalen Vertrieb an.



