Die Berliner Philharmoniker erinnerten mit ihrem traditionellen Europakonzert am 1. Mai an ihre Gründung vor 125 Jahren. Im Kabelwerk Oberspree, einem Industriedenkmal aus dem 19. Jahrhundert im Osten Berlins, gab das Orchester unter Leitung seines Chefdirigenten Simon Rattle Werke von Richard Wagner und Joahnnes Brahms zum Besten. Das Vorspiel zur Wagner-Oper „Parsifal“, das Konzert für Violine und Cello von Brahms sowie dessen 4. Sinfonie standen auf dem Programm. Solisten waren die aus Georgien stammende Violinistin Lisa Batiashvili und der dänische Cellist Truls Mork. Die ARD übertrug das Konzert live.
Intendantin Pamela Rosenberg kündigte im Vorfeld an, dass das Orchester die Rolle der Philharmoniker in der NS-Zeit untersuchen wolle. „Die Geschichte der Philharmoniker im Nationalsozialismus ist nicht wirklich aufgearbeitet“, sagte Rosenberg gegenüber der dpa. Ein Buch von Mischa Aster, das demnächst erscheinen soll, nimmt die Geschichte der Philharmoniker zwischen 1933 und 1945 und vor allem die Rolle ihres damaligen Chefdirigenten Wilhelm Furtwängler unter die Lupe. Zum Thema sind außerdem eine Ausstellung sowie ein Fernsehfilm des Rundfunks Berlin Brandenburg (RBB) geplant.
In seiner Jubiläumsspielzeit gibt das weltberühmte Orchester 93 Sinfoniekonzerte in Berlin. Außerdem stehen weitere 38 Auftritte auf Gastreisen unter anderem nach New York auf dem Programm. Klassikstar Anna Netrebko tritt beim Europakonzert 2008 in Moskau gemeinsam mit dem Orchester auf.



