Die neu gewonnene musikalische Sicherheit hat viel damit zu tun, dass Jan Plewka (Ex-Selig) endlich wieder selbst zum Mikrophon greift und sich nicht nur wie beim Debüt darauf beschränkt, für Marek Harloff die Texte zu schreiben. Zusammen mit dem Schlagzeuger Stephan „Stoppel“ Eggert bilden die beiden ein unschlagbares Trio. „Wir teilen uns den Gesang jetzt so auf wie damals Lennon und McCartney“, erzählt Jan Plewka.
„Gerade in unseren Konzerten kommt das sehr gut an. Das Publikum findet es sehr spannend, wenn nicht nur einer singt.“ Jan Plewka sah beim ersten Album kein Problem darin, sich etwas zurückzunehmen und für Marek Harloff die passenden Texte abzuliefern.
„Ich bin ein großer Bewunderer von Marek und seinem speziellen Ausdruck. Bei diesem Album versuchte ich allerdings, meine Texte nicht ganz so kryptisch und poetisch wie bisher zu schreiben, sondern die Geschichten konkreter zu erzählen.“ Und so wird Plewka in manchem Song, etwa „Mädchen aus Greifswald“, politisch und anschaulich wie nie zuvor.
Alle für einen
Ihre anderen Aktivitäten haben die drei TempEau-Musiker erst einmal hintangestellt, um sich voll auf ihre Arbeit mit der Band zu konzentrieren. „Wir sind Freunde und teilen alles brüderlich durch drei“, erklärt Jan Plewka. „Das ist unser Konzept, und so wollen wir auch alt werden. Im Endeffekt entstehen die Texte, auch wenn ich sie schreibe, in einer Gemeinschaftsproduktion, weil wir meist alle das Gleiche erlebt haben. Es ist eigentlich ein sehr netter, einfacher Prozess.“
Überhaupt betont Plewka im Interview immer wieder, wie wichtig der Begriff Gemeinschaft für ihn und die beiden anderen Mitglieder von TempEau sei. Genau dieses Gemeinschaftsgefühl transportiert das Trio diesmal perfekt vom Studio auf sein zweites Album.
Neu, anders und vielseitig
Die elf Songs, allen voran Stücke wie „Unten am Hafen“ oder „Schöner Tag„, klingen diesmal viel kompakter als noch auf „TempEau“ und vielseitig wie nie zuvor. Plewka weiß, warum: „Wir spielten die Platte so live wie möglich ein, um die Energie unserer Konzerte auch auf dem Album perfekt festzuhalten. Wir fingen die Lieder, die in der Luft lagen, ein und nahmen sie auf.“ Als wäre nichts einfacher als das.


