Musik

Befristeter Alleingang mit Happy-End

Jean-Benoît Dunckel, Mitglied des Pop-Duos Air, überzeugt nun auf seinem ersten Soloalbum mit Pop-Songs abseits von Moden und Trends.

Eine der größten Stärken von Air liegt darin, Popsongs zu komponieren, die über die Jahre beständig wachsen. Und genauso verhält es sich auch beim Solodebüt von Jean-Benoît Darkel, einer Hälfte dieses einflussreichen Duos, das in den letzten Jahren mit Alben wie „Moon Safari“ (1998) und „10 000 Hz Legend“ (2001) weltweit Erfolge feierte.

„Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, ein Soloalbum aufzunehmen“, erklärt Dunckel, „aber ich hatte so viele Songs angefangen, die ich fertig stellen musste, um wieder Platz für neue zu schaffen.“ Und kaum hatte er sein Soloalbum fertig, stürzte er sich mit seinem Partner Nicolas Godin bereits wieder in die Vorarbeiten zur nächsten Platte von Air.

Man lernt nie aus

Neben der Produktion von „Darkel“ fand er auch noch Zeit, zusammen mit Godin die Songs für Charlotte Gainsbourgs aktuelles Album, „5:55„, zu komponieren. „Ich sehe,Darkel‘ als Ergänzung meiner Arbeit mit Air an und nicht als Ersatz dafür. Zudem war es etwas Besonderes für mich und Nicolas, mit Charlotte Gainsbourg zusammenzuarbeiten. Wir sind beide große Fans von ihr.“

Jean-Benoît Dunckel hat bei den Aufnahmen für „5:55“ eine Menge dazugelernt. „Es war eine besondere Ehre für mich, mit Jarvis Cocker, Neil Hannon und Nigel Godrich gemeinsam an Songs zu schreiben. Durch Musik kann man sehr viel über sich selbst erfahren“, meint er. „Ich habe das Gefühl, dass ich gerade über die Musik sehr viel lernen kann, was mir in meinem Leben noch von Nutzen sein wird.“

Der richtige Weg

Sein erstes Soloalbum sieht Dunckel als Summe der Erfahrungen, die er bis jetzt gemacht hat. „Jede Begegnung mit einem anderen Musiker verändert einen. Möglicherweise ist in zwei, drei oder zehn Jahren meine Karriere vorbei, und bis dahin möchte ich so viel ausprobieren, wie es nur geht.“

Bei der Produktion von „Darkel“ halfen ein paar gute Freunde mit, wie zum Beispiel Stephane „Alf“ Briat, der schon in den Anfangstagen von Air für den Soundmix verantwortlich war. „Er besitzt ein besonderes Talent, verschiedene Klänge auf einzigartige Weise zu verbinden.“

Sehr wichtig für Dunckel war bei den Albumaufnahmen auch die Hilfe von Euston Jones, der vier Songtexte beisteuerte. „Gerade bei einem Soloalbum ist es wichtig, jemanden zu haben, der den richtigen Weg weist. Es passiert einfach sehr leicht, dass man sich sonst verzettelt oder bei irgendwelchen Details unnötig Zeit verliert.“