Ihre Veröffentlichungen gingen die drei nicht mehr ganz jungen Künstler – sie sind zwischen Ende 20 und Mitte 30 – recht unterschiedlich an: Shawn Sahm, der die letzten 15 Jahre in den diversen Bands seines Vaters mitgespielt hat, will auf seinem Solodebüt „Shawn Sahm“ (Evangeline/Soulfood, Bestellnummer: GEL 4047) explizit „das musikalische Texmex-Rock’n’Roll-Erbe“ seines Dads weitertragen. Wozu er sich neben seiner regulären Live-Band auch zahlreiche Mitstreiter aus Zeiten der Texas Tornados und des Sir Douglas Quintets ins Studio geholt hat, darunter Flaco Jiminez und Augie Meyer.
Shana Morrison, die ihren Vater in der Vergangenheit live öfter gesanglich unterstützte, wird auf „7 Wishes“ (Vanguard/Zyx, Bestellnummer: VCD 79581-2) von ihm unterstützt. „Mit meiner Band Caledonia haben wir in den letzten Jahren einige seiner Nummern live gespielt, weil ich seine Songs einfach liebe, und jetzt haben wir sie eben auch im Studio in die entsprechende Form gebracht“, erzählt die junge Frau über ihr neues Album.
Baxter Dury setzt sich hingegen auf seinem psychedelisch angehauchten, vom Gitarren-Pop geprägten Debütalbum „Len Parrot’s Memorial Lift“ (Sanctuary/Zomba, Bestellnummer: 346.1064.2) klanglich deutlich von Vater Ian ab. „Die Tatsache, dass mein Vater ein berühmter Rockmusiker ist, beschäftigt mich eigentlich überhaupt nicht. Dafür habe ich gar keine Zeit, weil ich mich lieber auf meine eigene Musik konzentriere. Das Ganze wird im Grunde nur dann zum Thema, wenn ich mit den Medien zu tun habe“, meint Shana Morrison stellvertretend für ihre Kollegen.
„In der Regel sind alle neugierig, ob der Junior das entscheidende Etwas vom Vater oder der Mutter mit auf den Weg bekommen hat“, konnte Steve Gardner von Soulfood während der Zusammenarbeit mit Shawn Sahm beobachten. „Trotzdem wünscht man sich, dass der Sprössling fair behandelt und nicht ausschließlich mit dem illustren Elternteil verglichen wird.“ Ähnlich klingt es bei Sanctuary-Pressemanager Dennis Dührkoop, der mit Baxter Dury auf Promoreise unterwegs war. „Es macht einen Unterschied, dass Baxter einen großen Musikernamen hat. Es erleichtert erst einmal den Zugang zur Presse“, so Dührkoops Erfahrungen. „Allerdings hatte er das Glück, dass die Journalisten sein Album sehr gut fanden und ihn nicht nur wegen seines Vaters interviewen wollten.“



