Der Countdown läuft: Schon jetzt fiebert die zierliche Musikerin dem 24. April 2004 entgegen. Dann feiert sie ihren 40. Geburtstag mit einer wahrhaft einmaligen Show: Sie will in der bayrischen Landeshauptstadt auf der Bühne der Olympiahalle stehen und möglichst vor ausverkauftem Haus ein Konzert geben. Die Halle fasst 13.000 Besucher; mehr als 2000 Karten hat Barbara Clear bereits bei ihren Konzerten und via Internet verkauft – Kostenpunkt je Ticket: zehn Euro. Und da die Miete für die Halle erst ein halbes Jahr vor dem Konzert fällig ist, bleibt der Solokünstlerin aus Hutthurm bei Passau noch genug Zeit, für ihren großen Auftritt die Trommel zu rühren. Dabei verzichtet sie auf teure Werbekampagnen oder Plakataktionen; sie kommt bei gut 100 Konzerten im Jahr auch so schon viel rum, und fast nach jedem Auftritt hat sie wieder ein paar Tickets mehr für 2004 verkauft.
Insgesamt 11.000 Karten, so hat sie ausgerechnet, muss sie unters Volk bringen, um Miete und GEMA sowie die Kosten für Licht, Sound und die Organisation bezahlen zu können. „Die Menschen, die zu meinen Konzerten kommen, entscheiden mit dem Kauf einer Eintrittskarte ganz allein, ob dieses Konzert mit mir als Musikerin stattfindet“, sagt sie. Dass der Auftritt stattfindet und Barbara Clear somit einen ungewöhnlichen Olympiarekord aufstellen kann, dafür legt sich Ralph Dittmar von der Beratungsfirma Two At Work in Babenhausen bei Frankfurt, die sich auf innovative Vermarktungsstrategien spezialisiert hat, ins Zeug.
Dittmar macht die PR-Arbeit für die Sängerin und Gitarristin, die seit 18 Jahren in Deutschland und Österreich Konzerte gibt und als überzeugte Independent-Musikerin alle Fäden, künstlerisch wie geschäftlich, in der Hand hält: „Ich brauche niemanden, der mir vorschreibt, was ich anziehen, sagen oder welche Musik ich machen soll oder darf.“ Vier Alben hat Barbara Clear bisher veröffentlicht, die sie alle selbst über ihre Website und bei ihren Auftritten verkauft. Die CD „Live In Concert“ liefert mit 14 bekannten Titeln zwischen Folk, Pop und Country einen Vorgeschmack auf das, was Besucher der Olympiahalle im April 2004 erwartet: Von „Ruby Tuesday“ über „Me And Bobby McGee“ bis zu „Dirty Old Town“ reicht das Spektrum. Aber sie singt beileibe nicht nur Fremdkompositionen, sondern komponiert, textet und arrangiert selbst – ihr fünftes Album, an dem sie emsig arbeitet, enthält deshalb eigene Songs. Es dürfte auf jeden Fall vor dem 24. April 2004 fertig sein.



