Musik

Bach und Schumann – eine geniale Kombination

Mit „Goldberg Variationen“ feierte Martin Stadtfeld großen Erfolg. Nun legt der Pianist mit „Kleine Stücke“ seine vierte CD in zwei Jahren vor.

“Es ist eine intime CD. Ich habe nicht den Anspruch, dass die sich rasend gut verkaufen muss“, meint Martin Stadtfeld im Gespräch mit KINO.DE. „Es muss ja nicht jede Platte so laufen wie die ‚Goldberg Variationen‚, die sich in Zig-Tausender-Dimensionen bewegt, das ist doch gar nicht nötig.“

Seine weitere Karriere hat der unerwartete Erfolg seiner Debüt-CD trotzdem ungemein erleichtert: Normalerweise spielt er vor ausverkauften Häusern, und bei seinen CD-Aufnahmen kann er diejenigen Projekte verwirklichen, die ihm auch „wirklich am Herzen liegen“, wie er sagt.

Dazu zählen die Folgewerke, „Bach Pur“ und „Klavierkonzerte Nr. 20 & 24“ sowie seine aktuelle Platte, „Kleine Stücke“ mit Werken von Bach und Schumann.

Zurück zu Bach

Mit ihr kehrt der Exklusivkünstler von Sony Classical wieder zu Bach zurück und schaut trotzdem nach vorn, wie er betont: „Sie ist zum Teil ein Zurückgehen und zum Teil ein Erweitern, und das fand ich taktisch jetzt ganz richtig. Hätte ich etwa noch eine Mozart-Platte machen sollen?“, fragt der Pianist.

Am Anfang seiner Karriere müsse er sich seinen Weg eben langsam suchen. „Ich habe mit Bach begonnen, bin dann zu Mozart gegangen, und die Liaison Bach-Schumann sehe ich jetzt als Erweiterung an. Es muss ja nicht gleich die ‚Hammersonate‘ von Beethoven kommen oder eine Prokofiew-Platte mit zwei abgedroschenen Sonaten; sondern gerade dieses Nischenrepertoire mit dieser Kombination, die ungewöhnlich scheint – das fand ich spannend.“

Einfach genial

Bachs „Kleine Präludien“ waren eigentlich Übungsstücke für seine Schüler, die – zunächst fast vergessen – erst neun Jahre vor Schumanns „Bunten Blättern“, ein Sammelsurium einzelner Werke mit unterschiedlichem Bezug, im Jahr 1843 veröffentlicht wurden.

Den Schwerpunkt legte Stadtfeld auf den jüngeren Komponisten, auch wenn sich die Zahl der Tracks gleichmäßig auf beide verteilt. Schumann habe den barocken Meister „unglaublich verehrt“, erklärt Stadtfeld, und das merke man auch an seiner Musik: „Sie steckt voller Klarheit und polyphoner Transparenz. Insofern bietet sich die Verbindung Bach und Schumann an. Es gibt Kombinationen, die passen gar nicht, aber diese ist genial.“