Musik

Azad – Rapper ist jetzt sein eigener Bozz

Bereits mit seinen ersten beiden Alben, „Leben“ und „Faust des NordWestens“, sorgte Azad für frischen Wind in der deutschen HipHop-Szene. Auf „Der Bozz“ (Bozz Music/Urban/UDD/Universal) präsentiert sich der Rapper gewohnt unversöhnlich.

Zwar weicht er inhaltlich von seiner kompromisslosen Linie keinen Zoll ab, doch musikalisch macht er mit seinem dritten Album, dem ersten auf dem eigenen Label Boss Music, einen riesigen Schritt nach vorne. „Ich wollte einfach den richtigen Moment abwarten, um mein eigenes Label zu starten“, erklärt Azad. „Den Plan verfolge ich bereits länger, aber es ist sehr wichtig, nichts zu überstürzen.“ Nach der Trennung von 3p sah Azad in der Gründung einer eigenen Firma genau den richtigen Schritt, um seine Selbstständigkeit zu betonen. Für den Vertrieb des Labels ist in Deutschland Universal Music zuständig. „Ich will mit Künstlern zusammenarbeiten, an die ich glaube und an deren Musik ich glaube. Der Vorteil liegt darin, dass ich jetzt alles selbst entscheiden kann und keine Kompromisse mehr eingehen muss.“

Die erste Veröffentlichung auf Bozz Music kommt allerdings vom Boss persönlich. Auf „Der Bozz“ teilt Azad, wieder einmal als harter Rapper nach allen Seiten hin ordentlich aus. Und wie lief die Produktion? „Bei der Arbeitsgestaltung hat sich für mich nicht sehr viel

geändert. Positiv schlägt sicher zu Buche, dass ich immer schneller werde. Das bringt die zunehmende Erfahrung mit sich.“ Schneller heißt bei Azad aber nicht oberflächlicher. Die zwölf Tracks auf „Der Bozz“, die er zum Teil selbst produziert hat, fallen musikalisch deutlich abwechslungsreicher aus als die Songs auf den ersten beiden Alben.

Das ehemalige Mitglied der HipHop-Formation Asiatic Warriors hat in den letzten Jahren viel dazugelernt, was er mit Tracks wie „Blackout“ oder „Kopf hoch“ eindrucksvoll unterstreicht. Nur in seinen Texten ist Azad nicht bereit, irgendwelche Kompromisse einzugehen. Auch auf Gastauftritte befreundeter Rapper verzichtet er weitgehend. „Ich wollte in erster Linie die Leute vorstellen, die in Zukunft auch auf Bozz Music veröffentlichen werden – wie zum Beispiel Jonesmann.“ Bei der Wahl der Produzenten legt Azad dagegen ganz andere Maßstäbe an: „Ich bin offen für jede Idee und fordere die Leute permanent auf, mir ihre Beats zu schicken. Ich entscheide dann sehr emotional. Wenn mich ein Rhythmus berührt, dann will ich den auch haben.“