Ben Hamilton glaubte schon immer daran, seine Songs irgendwann auf Tonträger zu veröffentlichen. „Ich habe in den vergangenen Jahren viele Demos verschickt“, erzählt er. Doch er habe nur selten eine Antwort erhalten. Irgendwann frage man sich dann schon: „Warum mache ich das eigentlich.“ Doch er ließ sich davon nicht beeindrucken. „Mann kommt einfach an einen Punkt, wo einen die fehlenden Rückmeldungen gar nicht mehr interessieren.“
Für Ben Hamilton stand immer das Interesse an der Musik und der Spaß im Vordergrund, den er am Songschreiben hatte. Seine Geduld wurde schließlich belohnt: Bei Labels erscheint nun sein Debütalbum „Ben Hamilton„, das 13 introvertierte Songs zwischen Pop, Folk und Elektronik enthält. „Ich träumte immer davon, in einen Plattenladen zu gehen und dort in meinem eigenen Fach zu stöbern.“
Turbulentes Leben
An den großen Erfolg, der alles verändert, glaubt Ben Hamilton indes trotzdem nicht. Dazu ist er viel zu sehr Realist: Er hat in seiner Karriere, die er schon in jungen Jahren als Straßenmusiker in London, Lissabon und Florenz begann, einfach schon zu viel erlebt. Seit fünf Jahren lebt er nun in Berlin. In dieser Zeit spielte er unter anderem im Vorprogramm von Mark Eitzel oder Elliott Smith, war Sänger der Band Tracy und setzte zusammen mit seinem Bruder in Australien ein Bandprojekt um.
Doch jetzt steckt er seine ganze Energie erst einmal in seine Solokarriere. Mit „Ben Hamilton“ hat er gute Chancen, endlich mehr Aufmerksamkeit zu bekommen – auch wenn seine Songs für ein Mainstream-Publikum zu eigen klingen dürften. Doch dank seiner eindringlichen Stimme, die manchmal an den frühen Peter Gabriel erinnert, wirken viele Stücke trotzdem eingängig.
Von U-Bahnen und Unterführungen
Das Booklet seiner ersten CD schmückte Hamilton mit auffällig vielen Fotos von U-Bahnstationen und Unterführungen aus. Damit habe es eine besondere Bewandtnis, denn als Straßenmusiker spielte Ben Hamilton gerade an solchen Plätzen sehr gern: „Dort findet man oft eine gute Akustik vor. Mit den Fotos im Booklet wollte ich den speziellen Vibe, der dort herrscht, dokumentieren und mich in gewisser Weise auch bedanken.“
Auf seinem Solodebüt arbeitete er mit Musikern wie Peter Pathos Müller, Wolfgang Brodauf und Jörn Heilbut zusammen. „Vor allem Wolfgang überraschte mich mit seinen geschmackvollen elektronischen Loops und Grooves. Mit ihm werde ich auch in Zukunft weiterhin eng kooperieren.“


