Musik

Aus Network Live wird wieder Control Room

AOL, das Satellitenradio XM und die Anschutz Entertainment Group (AEG) haben sich aus dem Joint-Venture-Unternehmen Network Live zurückgezogen. CEO Kevin Wall führt die Company allein weiter unter dem alten Namen Control Room und mit der Microsoft-Firma MSN als exklusivem Distributionspartner für Live-Streams von Konzerten.

AOL, das Satellitenradio XM und die Anschutz Entertainment Group (AEG) haben sich aus dem Joint-Venture-Unternehmen Network Live zurückgezogen.

CEO Kevin Wall, auch bekannt als Produzent von Live 8, hat nun die alleinige Kontrolle über die Company und führt sie unter dem alten Namen Control Room weiter. MSN, das Internetportal von Microsoft, fungiert künftig als exklusiver Distributionspartner für Live-Streams von Konzerten. Die Vereinbarung gilt über mehrere Jahre. Angedacht ist auch die Verbreitung von Live-Shows per XBox 360 Live, MSN Messenger, Windows Media Player und Windows XP Media Center Edition. MSN beabsichtigt, in Zukunft in Kooperation mit Control Room bis zu 465 Millionen virtuelle Konzertbesucher weltweit monatlich zu erreichen. Erstes Event der Vereinbarung ist ein Auftritt von Soul-Star John Legend am 2. Oktober in der Londoner Royal Albert Hall.

Die bisherigen Joint-Venture-Partner Kevin Walls – AOL XM und AEG – hatten zusammen rund 15 Millionen US-Dollar in Network Live investiert. Das vor einem Jahr zur Deckung des wachsenden Bedarfs an Live-Musik-Inhalten online, per Satellit und im Fernsehen gegründete Unternehmen produzierte und distribuierte seither rund 60 Konzerte und Shows. Laut Branchenkennern hätte das Engagement für die involvierten Firmen aber weder ökonomisch noch strategisch Sinn gehabt. Die Konzertübertragungen hätten angesichts der erreichten Zuschauer- und Hörerzahlen die hohen Produktionskosten nicht gerechtfertigt – gerade bei Newcomern und noch nicht so etablierten Acts, die indes einen wesentlichen Teil des Programms ausmachten.

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