Musik

Arvato bald mit eigenen Künstlern

Nicolai Roth, Mobile Music Manager Arvato Mobile, berichtete auf der „Munich Mobile Conference“ von den Schwierigkeiten mit Rechteklärung und Verteilungsschlüsseln. Es gebe deshalb bereits den Gedanken, eigene Künstler unter Vertrag zu nehmen.

“Realmusic ist das wachstumsstärkste Segment im Bereich Mobile Music“, so Nicolai Roth, Mobile Music Manager Arvato Mobile, jüngst auf der „Munich Mobile Music Conference“. Arvato, mobiler Contentaggregator mit eigenem Portal handy.de, begreift sich als Full-Service-Agentur und hat sich dabei vor allem auf die komplizierte Rechteklärung im Klingeltonbereich spezialisiert. Mit einer eigenen Inhouse-Lösung hat Arvato ein komplexes Tool entwickelt, um die oft kleinteilig auf verschiedene Rechteinhaber gesplitteten Rechte zu verwalten und die entsprechend der höchst unterschiedlichen Verteilungsschlüssel entstehenden Lizenzkosten darzustellen.

Probleme sieht Roth vor allem in den Unklarheiten bei den Revenue-Sharing-Modellen: Er plädierte für eine schnelle Einigung zwischen GEMA, Publishern und Labels und für ein einheitliches Modell, um die Arbeit von Contentaggregatoren wie Arvato nicht unnötig zu verkomplizieren. Außerdem beklagte er zu hohe Lizenzforderungen seitens der Labels und der GEMA, weshalb oft Coverversionen verwendet würden, was dann aber zu Lasten aller Beteiligten ginge. Tatsächlich gebe es bei Arvato auch Überlegungen, Künstler direkt unter Vertrag zu nehmen und als eigenständiges Label zu fungieren. Roth merkte außerdem an, dass es noch immer viele Branchenvertreter gebe, die den mobilen Bereich für irrelevant hielten und deshalb wenig Gesprächsbereitschaft zeigten. „Das ist schade, denn das Produkt ist vorhanden und wir kümmern uns ja um alles“, so Roth.

Die Bertelsmann-Tochter Arvato Mobile ist in mittlerweile 13 Ländern aktiv und arbeitet mit 15 Mobilfunkanbietern zusammen. Über 50 Verträge mit Publishern und über 40 Verträge mit Plattenlabels ermöglichen eine Produktpalette von 35 Kategorien, zu der unter anderem ständig aktualisierte Top-40-Charts, mehr als 2000 monophone und 1700 polyphone Klingeltöne sowie 1000 Realtones und 1700 Ringbacktones gehören. Entscheidend bei allen Produkten sei die Anpassung des Sounds an die 12 existierenden Handyformate. Um für jedes neue Handy gleich die soundoptimierte Produktpalette anbieten zu können, bekommt Arvato alle neuen Handys schon vorab. Roth erklärte auch die feinen Unterschiede bei der Komposition von Klingel- und Ringbacktönen. So müsse beim Ringbackton, der das Freizeichen ersetzt, im Gegensatz zum Klingelton zunächst ein Intro zu hören sein, bevor es an die Hookline gehe, damit Anrufer sich nicht vor den Kopf gestoßen fühlten.

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