Musik

Arbeitstagung von aktiv Musik Marketing in Göhren-Lebbin: aktiv-Händler fordern Kopierschutz

Vom 5. bis zum 9. Juli trafen sich Aufsichtsrat und Geschäftsleitung von aktiv Musik Marketing (aMM) sowie der Fachverband Tonträger des GDM zu einer Arbeitstagung. musikwoche.de stellt die Ergebnisse der Sitzung vor.

Jörg Hottas (Aufsichtsratsvorsitzender aMM), Michael Huchthausen (Vorsitzender des Fachverbands Tonträger im GDM) und Uwe Imhof (Geschäftsführer aMM) sowie die aMM-Aufsichtsratsmitglieder Dieter Fischöder, Jochen Rönz und Maria Staudinger-Nidetzky diskutierten die negative Entwicklung des Tonträgermarkts bis Juni 2001. Sie stellten in einem Abschlussprotokoll heraus, dass eine besonders negative Entwicklung bei Maxi- und Compilation-CDs sowie beim Backkatalog zu beobachten sei.

Der Aufsichtsrat ergänzte: „Der aktiv-Handel beklagt die Vernachlässigung des eigentlichen Kerngeschäfts. Markt und Medien haben sich in den letzten Jahren vornehmlich mit den Internetfantasien auseinandergesetzt. Der physische Tonträger wird durch mangelnde A&R-Arbeit und fehlenden Aufbau von Katalogkünstlern vernachlässigt. Die durch Marketing aufgebauten Acts aus der Big-Brother-Ära hatten lediglich kurze Auswirkungen am Markt. Die Überspitzung dieser Konzepte führte zu entsprechender Kaufverweigerung. Die Wertigkeit der Musik wird nicht nur dadurch nachhaltig zerstört, sondern auch durch ein Überangebot von kostenloser Musik. Das Ausufern kostenfreier Downloads im Internet und das Kopieren von Tonträgern hat Größenordnungen erreicht, die dringenden Handlungsbedarf erfordern.

Das Kopieren bedeutet eine existentielle Bedrohung für den Musikmarkt. Hier sind alle gefordert. Ein Kopierschutz muss kurzfristig eingeführt werden. Die Einstellung zur Musik beim Konsumenten entfernt sich täglich von der grundsätzlichen Bereitschaft, für Musik auch ein Entgelt zu entrichten. Diese Einstellung zu verändern, bedarf einer klugen und langfristigen Strategie, die auch darauf achten sollte, dass Musik wieder ein positives Image erhält. Ins Bild passt auch die nicht mehr nachvollziehbare Radiopromotion von Musiktiteln, die oft erst nach sechs bis acht Wochen erhältlich sind.

Wir stellen die Frage, welche Konsumenten über solch einen langen Zeitraum Kaufinteresse erhalten sollen? Die aktiv-Händler haben in den letzten vier Jahren erhebliches Investment in Outlets und Personal betrieben und sich auf das veränderte Kaufverhalten der Konsumenten eingestellt. Es ist an der Zeit, dass sich alle Marktbeteiligten wieder hochgradig auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Mit den neuen aMM-Konzepten und deren Weitereinwicklung hat die bewährte Kooperation der Musik eine weitere Plattform zur Verfügung gestellt. Deren Nutzung zeigt, dass Musik eine Zukunft hat.

Die aktiv-Image-Kampagnen der ersten sechs Monate zeigen phänomenale Erfolge. Die aktiv-Händler haben mit großem Engagement diese Konzepte in ihren Läden umgesetzt und leisten Vorarbeit, dem rückläufigen Gesamtmarkt entgegenzutreten. aktiv ist gerüstet! Nicht weitere Preiserhöhungen, sondern Backkatalogbelebung, der Aufbau neuer Acts, marktgerechte Compilation-Vermarktung und ein Maxi-Markt, der durch Klasse statt durch Masse überzeugt, sind gefordert.

Die Initiative des Bundeskartellamtes zu Verkäufen unter Einstandspreis sollte auch dazu beitragen, dass der Markt den richtigen Weg finden wird. Wenn dem Handel noch ein zukunftsorientiertes, auch dem Internet und neuen Kommunikationswegen zum Kunden offenes Warenwirtschaftssystem in Verbindung mit einer professionellen Servicesicherheit zur Verfügung stehen würde, könnte man davon sprechen, dass es sich lohnt, weiter in diesen Markt zu investieren.‘